Borreliose Pferd, Katze,Hund

Haustiere wie Katzen, Hunde und auch Pferde sind ein oft unterschätztes Risiko in der Übertragung von dieser Bakteriengruppe. Wild sowieso. Daher gilt:

Im allgemeinen gilt: Niemals Zecken von Haustieren mit nackten Fingern entfernen!

Die Borrelien verstecken sich vor den Angriffen des Immunsystems wie der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz, indem sie Kontroll-Eiweiße des Organismus an ihre Oberfläche binden und so verhindern, dass der Körper sie als feindliche Eindringlinge erkennt" (Auszug aus http://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften_chemie/bericht-11666.html)

 

Die Borrelien treten vorzugsweise zusammen mit dem Bornavirus auf - sie arbeiten sehr oft zusammen!

 Zeckeninfektionen werden in hohem Maße von Nymphen verursacht. Das Bakterium befindet sich im Mitteldarm der Zecke. Deshalb wird der Erreger auch nicht sofort beim Zeckenstich übertragen, wie das beim FSME-Erreger der Fall ist. Normalerweise gelangt Borrelia burgdorferi erst nach ungefähr 12 bis 24 Stunden mit den Ausscheidungen der Zecke in den Körper.

Ihre Symptome sind äußerst vielfältig und Fehldiagnosen sind sehr häufig, so dass die Tiere auf eine Vielzahl von anderen Krankheiten ohne großen Erfolg behandelt werden, obwohl ihnen eine adäquate Borreliosebehandlung helfen könnte.

Wichtig sind vor allem die richtigen speziellen Tests zur Erkennung, von denen es einige verschiedene gibt - siehe Tests.

 

Lyme-Borreliose bei Hunden

  • Infektion häufig, Erkrankung selten, da in der Regel natürliche Resistenz vorliegt
  • Viele positive Diagnosen (die meisten?) sind Fehldiagnosen!
  • Erlegtes Rehwild trägt oft Tausende von Zecken, eine Erkrankung wird aber nie beobachtet. Ebenso wie bei anderen Wiederkäuern, Hirsche, Rinder tragen diese Zecken keine Borrelien.
  • Ca. 90% aller Hunde, die regelmäßig Zecken ausgesetzt sind, tragen Borrelien-Antikörper (sind „seropositiv“)
  • Nur ein sehr kleiner Anteil der infizierten Hunde erkrankt (<0,1%)
  • Symptome:
  • Polyarthritis (Gelenkbeschwerden, Lahmheit), Fieber
  • Vermutlich selten auch: neurologische Symptome, Myokarditis, Glomerulonephritis (Nierenerkrankung)

Zur Impfung beim Hund:

Die meisten Fachleute einer Borrelien-Schutzimpfung für Hunde derzeit skeptisch gegenüber. An der Entwicklung von wirkungsvollen Vakzinen wird intensiv gearbeitet.

 

Überlebensstrategien von Borrelia burgdorferi - Immunreaktion und die Flucht vor dem Immunsystem -

Dr. Norbert Satz, Zürich/Schweiz - beschrieb trotz komplizierter mikrobiologischer Details recht anschaulich die Funktionsweise der wurmförmigen Borrelien. Es sei soweit bekannt, dass Borrelien im Prinzip durch jedes Hindernis/Gewebe gelangen können, auch ganz langsam , wie sie ihre Oberflächenstruktur ständig verändern, um dem Immunsystem zu entgehen. Selbst absterbende Borrelien könnten das Immunsystem noch verwirren, weil sie ihre Oberflächenstruktur nicht mehr veränderten und so als Erreger erkannt würden, die zwar gar nicht mehr aktiv seien, das Immunsystem dadurch aber ablenken würden. Borrelien müssten extrem anpassungsfähig sein, um sowohl in der Zecke als auch in allen möglichen chemisch sehr unterschiedlichen Umgebungen/Übergangsstadien in der Zecke selbst bis in den Wirt, und auch dort ständig, überleben zu können.

Zur Oberflächenstruktur: Die Borrelie trägt einen Schutzmantel mit einem Oberflächen-Protein, genannt VlsE (variable major protein-like sequence, expressed) bestehend aus variablen und statischen Teilen welche immer wieder neu kombiniert werden, die Borrelien können alle 4 Tage (!!!) das VlsE-Protein verändern.

Zwar erkennt das Immunsystem die Borrelien, wenn sie sich nicht gerade verstecken. Soll heißen: Das Immunsystem bildet Antikörper, die allerdings nichts mehr ausrichten können, sobald die Borrelien sich wieder neu getarnt haben. Ein ewiges Katz- und Maus-Spiel. Allerdings spielt das VlsE bei der Labordiagnostik inzwischen eine wichtige Rolle. 

Impfung:

Inzwischen gibt es einen neuen Borreliose-Impfstoff für Hunde, der aber auch umstritten ist.

 

Meldepflicht für Tiere: Nein

Wurde nicht ins Infektionsschutzgesetz aufgenommen, nur landesrechtliche Regelung in den neuen Bundesländern

 

Links: https://www.parasitenportal.de/expertentipps/