Borreliose-Testverfahren

Neuentwicklung Testverfahren:

 Die Tickplex-Tests sind eine neue Entwicklung von einem finnischen Startup. Im Laufe eines von der Europäischen Union geförderten Projektes wurde dabei ein neues Antigen entdeckt:

 TickPlex – Erster Immunoassay für persistierende Formen.

 Der TickPlex-Assay wird auf der Grundlage eines ELISA durchgeführt. Im Vergleich zu anderen ELISA-Assays enthält dieser Test jedoch ein neues Antigen für Persisterformen (round bodies) von Borrelien.

Der TickPlex ist ein akkreditierter Test und kann in verschiedenen Krankheitsstadien angewendet werden. TickPlex Plus ermöglicht die gleichzeitige Bestimmung von IgM- und IgG-Antikörpern

mehrerer bakterieller und viraler Erreger. TickPlex ist mit seiner hohen Sensivität von ca. 95% und einer Spezifität von ca. 98% den bislang vergleichbaren IFT-Testverfahren überlegen.

Das veröffentlichte Nature-Paper unterstreicht die Relevanz polymikrobieller Infektions-Testungen https://www.nature.com/articles/s41598-018-34393-9 

 Labor dafür: https://www.arminlabs.com/de/tests/tickplex

• Tickplex Basic IgG/IgM (Borrelien)

• Tickplex Plus IgG/IgM (Borrelien, Bartonellen, Babesien, Ehrlichien, Coxsackieviren, EBV, Parvovirus, Mykoplasmen, Rickettsien) 

 

 https://www.arminlabs.com/de/services/tick-borne-diseases/lyme-borreliosis 

Die Lyme-Borreliose wird aufgrund des Beschwerdebildes diagnostiziert, denn es gibt derzeit keinen Test, der definitiv eine Infektion mit den verantwortlichen Krankheitserregern bestätigen bzw. eine Aussage darüber erlauben würde, ob diese Infektion die Symptome eines Patienten verursacht und keine, die sie ausschließen kann. Antikörper sind immer nur Beweise für eine Infektion, die es irgendwann mal gab. Darüber hinaus soll es 4 Millionen Forschungsprojekte darüber geben, was alles in einer Zecke drin sein kann. Das gesamte Krankheitsbild muss in Betracht gezogen werden, ebenso wie die Suche nach Begleitumständen und alternativen Diagnosen sowie nach anderen Ursachen für Teilbereiche der vorgebrachten Beschwerden.  Labor von Dr. Schwarzbach:

Erreger-Nachweis - Titer-Bestimmung Borreliose - Zecken einschicken

Früherkennung - man kann die Zecke einschicken für eine Zecken PCR: Frühdiagnostik bei Borreliose-Verdacht - Das Ganze ist aber umstritten, der Nutzen fraghaft.

Mit Hilfe der so genannten Zecken-PCR lässt sich zwar in kurzer Zeit klären, ob eine Zecke selbst mit Borrelien infiziert ist.

 Allerdings kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass, wenn Borrelien in der Zecke gefunden wurden, diese auch in den Körper vom Menschen gelangt sind. Das liegt erstens an der Saugzeit, zweitens am Milieu, am funktionierenden Immunsystem, ob sich der Mensch überhaupt ansteckt bzw. infiziert.

 

Blutuntersuchungen

 Nachfolgend sind viele gängige Borreliosetests sehr gut beschrieben mit ihren Vor- und Nachteilen und wann sie eingesetzt werden sollen. Jeder Test hat seine Vorzüge bei bestimmten Zeitintervallen, 100 % ig sicher ist keiner, es können bei allen unter gewissen Bedingungen falsch-negative und falsch-positive Ergebnisse vorkommen, außer dem PCR-Test aufgrund einer Hautstanze, wenn der positiv ist, dann hat man auch die Borrelien. Der schnellste Test ist der LTT, siehe Nr. 4

 

1. Labor-Testungen der humoralen Ebene (auf Antikörper): Borrelien IgM- und IgG-EIA (Enzymimmunoassay) sowie Borrelien IgM- und IgG-Immunoblot

 

1.2 Borreliose Test AK-18Save

vom Labor Dedimed, das auch die Bornavirustests macht. Blut kann man zusammen hinschicken. Dieses Testverfahren kann sogar die B. burgdorferi senu stricto ss vom US-Typ und dem europäischen Typ B.burgd. ss helvetica unterscheiden.

siehe https://dedimed.com/borreliose/test-ak-18save/

 

2. Labor-Testungen der zellulären Ebene:

Infektionen mit Borrelia burgdorferi zeigen nicht nur eine humorale Immunantwort in Form der Produktion Borrelien-spezifischer Antikörper, sondern aktivieren auch gleichzeitig die zelluläre Immunantwort in Form von spezifischen T-Lympozyten (EliSpot-Test). Sobald die Borrelien im Körper nicht mehr aktiv sind, sollte die T-zelluläre Immunantwort zeitnah verschwinden und der EliSpot folglich negativ ausfallen.
Positive Reaktionen im EliSpot weisen auf eine aktuell aktive Infektion hin.

 

PCR-Test:

 Da der Test auf dem Nachweis von borrelienspezifischer DNA beruht, muß diese in der Probe auch vorhanden sein, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Borrelien können während der unterschiedlichen Infektionszyklen in verschiedenen Geweben vermehrt oder gar nicht vorkommen, daher ist die Wahrscheinlichkeit den Erreger oder dessen DNA zu erwischen, nicht höher als bei den übrigen beschriebenen Methoden (Einschätzungen durchführender Labore gehen von 30-50% Trefferwahrscheinlichkeit aus, je nach Lokalisation und Probenart). Negativ bedeutet also nicht automatisch, daß keine Borreliose vorliegt. Allerdings kann man bei positivem Test mit einigermaßen hoher Sicherheit davon ausgehen, daß es sich um eine akute Infektion mit dem Erreger handelt.

 

Wird nach den Borrelien-Antikörpern gesucht, so ist dies frühestens 6Wochen nach dem Stich sinnvoll, denn dann erst zeigen sich IgM- und IgG-Antikörper im Blut.

Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann das serologsiche Ergebnis noch negativ bleiben, v.a. wenn nur mit dem IFT- oder den ELISA –(Screening)-Tests nach Borrelien-Antikörpern gesucht wird.

Genauere Aussagen über die aktuelle Infektionsaktivität erlauben dann erst der Immunoblot und auch der Borrelien-LTT(Lymphocytentransformationstest)).

 

2. ELISA-Test - Antikörpertest

 (Dieser Test wird von der gesetzl. Krankenkasse bezahlt - soll aber nur eine Empfindlichkeit von ca. 60 % haben und zeigt Werte erst nach 6 Wochen nach dem Stich an!

Schulmedizinisch wird lediglich der ELISA oder IFT, bei dem Antikörper im Blut gesucht werden, verlangt. Ist dieser negativ, soll keine Borrelieninfektion vorliegen. Dies ist grundsätzlich in Frage zu stellen, da die Borrelien in der Lage sind, sich an Körperzellen anzuheften oder sich sogar in der Zelle zu verstecken und deshalb nicht von den Immunzellen erkennbar sind und somit auch keine Antikörper gebildet werden können. Auch eine frühe Gabe von Antibiotika nach einem Zeckenstich kann die Antikörperbildung unterdrücken. Desweiteren kann dieser Test durch Kreuzreaktion mit anderen Erregern auch falsch positive Ergebnisse liefern. Gemessen werden IgM und IgG. IgM bedeutet Frisch-Infektion, IgG alte Infektion, also schon länger bestehend. Generell sagt ein Antikörpertest nur aus, ob man irgendwann mal mit diesen Erregern in Berührung gekommen ist, kann aber keine Aussage darüber treffen, ob der aktue Krankheitszustand damit zusammen hängen kann.

 Es gibt erfahrungsgemäß genug Patienten, bei denen der erste ELISA negativ und der Westernblot deutlich positiv sei. Ein fataler Irrtum, wenn diese Betroffenen mit nur dem ersten negativen Test dann garnicht behandelt würden.  Aus diesem Grund sollte als Bestätigungstest gleichzeitig ein Westernblot, bei dem die einzelnen Proteinhüllen der Borrelien nachgewiesen werden, durchgeführt werden. Dieser Test kann zusätzlich eine Auskunft über das Stadium der Borreliose geben. Auch hier kann die Borrelien-Tarnkappe zu einem falsch negativen Ergebnis führen.

 

3a. Test Westernblot oder Immunoblot

 (Dieser Test wird von der gesetzl. Krankenkasse bezahlt - er hat eine Empfindlichkeit von ca. 60 %! Aber die Regeln sind, dass zuerst der o.g. ELISA gemacht werden muß - siehe oben und erst, wenn der positiv oder zumindest grenzwertig ist, darf / soll ein Westernblot folgen. In Anbetracht der Unzulänglichkeit des ersteren Tests also ziemlich sinnlos und auch gefährlich, da viel zu viele Betroffene damit durchs Raster fallen und nicht behandelt werden - was sie dringend benötigen würden!

 Das Ergebnis eines Immunoblots ist dann als positiv zu bewerten, wenn Antikörper gegen mindestens zwei hochspezifische Proteine nachgewiesen werden. Bei Nachweis von Antikörpern gegen nur ein hochspezifisches Protein handelt es sich um ein fragliches Ergebnis. In diesem Fall ist der Blot mit einer zweiten, 14 Tage später entnommenen Serumprobe zu wiederholen.

 

3b: Test recomBlot Borrelia - ist ein erweiterter Westernblot:

 Der recom blot ist ein neuer erweiterter Westernblot auf chronische Belastung, also für die sog. Neuroborreliose. Dieser Tests ist sehr empfehlenswert für die Erfassung der chron. Borreliose, also der Neuroborreliose! Er puzzelt nämlich die einzelnen 3 Typen des Burgdorferie auseinander (B.senso strukto, B.garnii, B.afzelli), was von entscheidender Wichtigkeit ist für die Behandlung, da jeder der 3 Typen total andere Symptome hat - siehe Seite Borrelienarten

Die Antwort des Immunsystems auf die Infektion beginnt im Normalfall mit der Bildung der IgM-Antikörper, nach wenigen Tagen kommt es dann zu einem Anstieg der IgG-Antikörper gegen Borrelien - so läuft es eigentlich bei allen Infektionen ab. Nur läuft es bei den Borreliosetests sehr oft eben nicht so wie Normalfall ab. Es gibt viele falsch-positive (IgM-Antikörper ohne IgG-Antikörper) und falsch-negative Tests. Sie haben keinerlei diagnostische Bedeutung

 

3c) Neu! Der recomBead Borrelien-Immunoblot

 http://www.imd-berlin.de/fileadmin/user_upload/Diag_Info/261_Borrelien_Immunoblot_Luminex.pdf, der testet auch den neuen Typ Borrelia spielmanii mit, der bei anderen durchrutscht, aber mit zum Verursacher der rheumatoiden Arthritis gehört! (zahlt die Krankenkasse nicht!)

(Alle Tests ab hier werden nicht mehr von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt)

 

4. LTT (Lymphozytentransformationstest) Borreliose:
bereits ab 10. Tag nach dem Zeckenstich Ergebnisse zu erwarten

 Der LTT ist ein Test, der die adaptive Immunantwort, also die zellvermittelte Immunreaktion des sich anpassenden Immunsystems bestimmt. Dies ist letztendlich eine Reaktion, die demselben Zweig zugeordnet wird wie die Antikörperbildung durch B-Zellen. Im LTT werden lediglich sich teilende Zellen bestimmt, was einer parallel zur Antikörperbildung (Serologie) verlaufenden Reaktion entspricht.

 Er hat eine Empfindlichkeit von 90 % und wird zusammen mit dem weiter unten genannten CD 57-Test (mit der gleichen Empfindlichkeit) empfohlen von der Forschungsprojektgruppe EU Labortechnik

In 2012 wurde der LTT in einem anerkannten medizinischen peer review-Journal publiziert, siehe http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23091571 . Die Daten der Studie zeigen, dass der LTT bei korrekter Durchführung und Verwendung geeigneter Testantigene (auf anerkanntes Referenzlabor achten!) bei Patienten mit klinischer Borreliose vor Therapie eine Sensitivität von 89,4 % und eine Spezifität von sogar 98,7 % hat!

 Die schnellste Immunantwort ist nach heutigem Kenntnisstand die zelluläre, die sich durch einen Lymphocytentransformationstest (LTT) bereits 10 Tage (!) nach stattgefundener Infektion abbilden lässt. Der LTT stellt den frühestmöglichen Infektionsnachweis dar, wenn sich kein EM entwickelt hat und der LTT zeigt über die Höhe der SI-Werte den Aktivitätsgrad der Erkrankung an.

 Mit ihm können gegen Borrelien sensibilisierte T-Zellen (bestimmte Immunzellen) nachgewiesen werden. Diese Zellen können nur sensibilisiert werden, wenn sie auch wirklich Kontakt zu Borrelien hatten. Dieser Test ist hochspezifisch, aber wissenschaftlich noch nicht in jedem Bundesland anerkannt. Auch bei diesem Test können vereinzelt falsch negative Ergebnisse auftreten. Am aussagekräftigsten ist der LTT ca. 14 Tage nach Auftreten starker Symptome. Zu beachten ist, dass die Versanddauer des ungekühlten Blutes 12-24 Stunden nicht überschreiten darf und dieser Test nur von einigen Labors durchgeführt wird.

 Nachteile: Beim LTT springen auch andere Bakterien mit an, z.B. Ehrlichien (Anaplasmen), EBV

 

5. Liquortest für Neuroborreliose

siehe S3-Leitlinie Neuroborreliose. Bei einer Neuroborreliose sind immer die Entzündungswerte, die Eiweißwerte etc. im Liquor erhöht. Darum ist hier der Test der Wahl erst immer der Liquortest. Die neuen Testverfahren können da auch entscheiden, ob die Infektion im Gehirn oder ZNS von Borrelien, Bornaviren oder anderen Erregern kommen.

 Folgende Untersuchungen sollen bei klinischem Verdacht auf eine Neuroborreliose (vgl. §§) durchgeführt werden:

 

6. Interferon-Gamma-Test - Neues Testverfahren:

 Der neue, hochsensitive immunologische T-cellspot® Borrelien bietet die Möglichkeit, eine Borrelien-Infektion bereits in der Frühphase der Erkrankung zuverlässig zu diagnostizieren.

Interferon-Gamma-Test (Elispots/T-Cellspot) bei der häufigen Kombi Borreliose / Ehrlichiose, z.B.

 

7. Immuntoleranztest:

Quantifizierung mit dem ITT® Immuntoleranztest

 Hintergrund und Prinzip: Haben orientierende Tests wie der ImmunMultiTest IMT® oder der NK-Check® Hinweise auf Störungen der unspezifischen bzw. spezifischen zellulären Immunabwehr ergeben, sollten die zugrunde liegenden Störungen genauer analysiert werden. Die Regulation des Immunsystems erfolgt über Botenstoffe, die die Immunreaktion entweder in Richtung TH1 oder TH2 lenken. Besteht ein Ungleichgewicht der TH1 oder TH2-Regulatoren, ob altersbedingt oder durch chronische Multisystemerkrankungen, kommt es gehäuft zu Beschwerden. Der neuentwickelte ImmunToleranzTest ITT® untersucht in einer den Patienten nicht belastenden in-vitro-Untersuchung Störungen der Immunregulation. Der ITT klopft genau die Störungen von TH1 / TH2 ab

 

8. CD57-Test bei chronischer Lyme-Borreliose

 Die Untersuchung einer CD57-Expression ergänzt die serologische Borrelien und Ko-Infektionen – Diagnostik und die diese evtl. ergänzenden Funktionstests, z.B. Elispot LTT® oder LTT-Test.

 Er hat eine Empfindlichkeit von 90 % für Erreger-Infektionen, was nicht heißt, allein für Borrelien!

 Klinische Studien und Fallbeobachtungen deuten darauf hin, dass chronische Borrelieninfektionen mit Veränderungen in der zellulären Immunabwehr einhergehen können. Ein Anzeichen hierfür ist eine verminderte Anzahl der sogenannten “Natürlichen Killerzellen” (natural killer cells, NK; CD3- CD56+), vor allem aber eine verringerte Absolutzahl und Anteil der aktivierten NK-Zellen (CD3- CD56+CD57+). Für eine zuverlässige Aussage bei der CD57-Bestimmung ist wichtig, daß bei der Analyse wirklich nur die Natural-Killer Zellen erfaßt werden und der Test nicht durch andere im Überschuss vorhandene Zellen, wie z. B. T-Lymphozyten, verfälscht wird. Während bei akuter Lyme-Borreliose und anderen Erkrankungen normale CD57-Werte gemessen wurden, wiesen Patienten mit chronischer Borrelieninfektion häufiger Werte unter 60 CD57+-Zellen/µl Blut auf. Es wird diskutiert, dass es zu einer Unterdrückung des Immunsystems durch die Borrelieninfektion selbst kommt, welche die Ausheilung verzögert und behindert. Es ist aber auch denkbar, dass manche Menschen von Natur aus über ein weniger starkes Immunsystem verfügen und deshalb ein erhöhtes Risiko einer chronifizierten Borrelieninfektion davontragen. Die beschriebenen Veränderungen wurden in stärkerem Maße bei Patienten mit Befall des Nervensystems beobachtet als bei Befall des Weichteil- und Skelettsystems.

 

9) TH1/TH2 Balance

 Th1-Dominanz vermittelt einen chronischen Entzündungszustand.

Th2-Dominanz begünstigt allergische Reaktionen.

Der Th17 Reaktionsweg unterdrückt Th1-Reaktionen und chronifiziert Entzündungsprozesse.

 

Sehr gute Infos zum Immunssystem und der Immunglobuline und ihre Funktion wie: Einteilung, IgG, IgA, IgM, IgD, IgE finden Sie hier: http://www.medizinfo.de/immunsystem/abwehr/immunglobuline.htm

 

Seronarbe

 Oft wird bei einem negativen Test von einer Seronarbe gesprochen. Was ist das?

Wird eine antibiotische Behandlung sehr früh nach dem Zeckenstich begonnen, kann dies die Bildung von Antikörpern beeinflussen und sogar verhindern

 Antikörper können an Proteine gebunden bleiben und so Komplexe bilden und dadurch für das Immunsystem wie auch die Testsysteme (ELISA, Westernblot) nicht erkennbar sein.

 Durch frühzeitige Cortisongabe z.B. bei Verwechslung des EM mit einer Allergie

 Das Immunsystem kann geschwächt sein z.B. durch Vorerkrankungen, toxische Belastungen (wie z.B.Hg) oder angeborene Immundefizite (IgM-oder MBL-Mangel ) u.v.a.

 

  Antigene in der Borreliendiagnostik

 Zum Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien wurden zunächst lediglich Vollantigene verwendet. Diese kamen und kommen bei der Herstellung von Objektträgern für den IIFT und als Lysat-Vollantigene zur Herstellung von ELISA und IB zum Einsatz. (siehe Streifen 1-3, Abb. 1)

 Heute werden hierfür unterschiedliche Borrelienstämme verwendet: Während früher hauptsächlich die in Nordamerika vorkommende Borrelia burgdorferi sensu stricto (z. B. der Stamm B31) verwendet wurde, werden für europäische Testsysteme heute vorwiegend B. afzelii (z. B. der Stamm pKo) verwendet. Hintergrund ist, dass im Gegensatz zu Nordamerika, wo nur ein human pathogener Borrelienstamm (B. burgdorferi s.s.) bekannt ist, in Europa mindestens drei humanpathogene Stämme (nämlich: B. burgdorferi s.s., B. afzelii, B. garinii) vorkommen. Weitere Kandidaten (z. B. B. valaisiana) sind bekannt und führen möglicherweise ebenfalls zu Infektionen beim Menschen. Zusammen gefasst werden alle diese Borrelienstämme unter dem Überbegriff B. burgdorferi sensu lato (s.l.) und sind von den Rückfallfieber-Borrelien abzugrenzen.

 Wegen dieser Erregerheterogenität wurde ein Antigen gesucht, welches die Antikörper gegen möglichst viele Borrelienstämme erkennen kann. Hier wurde B. afzellii als am besten geeignet gesehen. In letzter Zeit nimmt jedoch die Kenntnis zu, dass unterschiedliche Borrelienstämme zu unterschiedlichen Organmanfestationen führen können. Bei der Neuroborreliose (NB) wird z.B. mit Abstand am häufigsten B. garinii isoliert und diese Tatsache wirft die Frage auf, ob zur Diagnose der NB nicht besser B. garinii als Antigen verwendet werden sollte.Quelle: http://www.labor-enders.de

Sensitivität / Spezifität

 Die "Sensitivität" (richtig positive Rate eines Tests) bezeichnet den Anteil der test-positiven Personen unter allen Erkrankten einer Stichprobe, d. h. die Wahrscheinlichkeit, mit einem diagnostischen Test die Kranken auch als krank zu identifizieren. Eine hohe Sensitivität wird angestrebt, wenn eine Erkrankung mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden soll.

 Die "Spezifität" (richtig-negative Rate eines Tests) beschreibt den Anteil der Test-negativen Personen unter allen Nicht-Erkrankten einer Stichprobe, d. h. die Wahrscheinlichkeit, mit einem diagnostischen Test Nicht-Erkrankte korrekt zu identifizieren. Eine hohe Spezifität wird angestrebt, wenn eine Erkrankung mit großer Sicherheit bestätigt werden soll.

 Hier sind die Aussagewerte in der Regel niedriger.

Eine Serumnarbe bedeutet persistierende Antikörper


Test für Ehrlichiose und andere Untergruppen:

Die Diagnose von Ehrlichiose wird derzeit nur von wenigen spezialisierten Labors durchgeführt. Der Nachweis erfolgt über Zellkulturverfahren oder die Vermehrung spezifischer DNA-Abschnitte des Erregers bzw. Antikörpernachweis. Der Nachweis von Rickettsien wird ebenfalls serologisch über Antikörpertiter geführt.

Ein Serumstest arbeitet immer auf der Basis von Antikörpern, ist also kein direkter Erregernachweis wie beim PCR-Test Herpes oder Borna. Der PCR-Test kann auch für jeden einzelnen Borreliose-Erreger extra gemacht werden, wird dann teurer. Man kann auch eine Hautbiopsie durchführen, da wird ein kleines Stück Haut ausgestanzt und darauf können bemi Labor Zecklab die jeweiligen Erreger herangezüchtet werden.

 

copyright: Diese Zusammenstellung wurde erstellt und recherchiert von Christel Schmedt