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Headshaking-Forschung

Tierhochschule Hannover

Nach langer Zeit, wo nichts passierte auf diesen Sektor, tat sich mal was in der Tierhochschule Hannover.In 2007 lief dort eine Headshakerstudie im Rahmen einer Doktorarbeit mit Unterstützung der FN. Diese verschickte an alle Pferdebesitzer, die um einen Dispenz zur Benutzung des nosecovers auf dem Turnier bitten, einen speziellen Fragebogen von 12 Seiten. Untersucht wurde die Wirksamkeit dieses nosecovers in Bezug auf eine vermutete Trigenimusentzündung. Die Fragen gingen ebenfalls in Richtung Herpesschäden, da auch Herpesimpfungen abgefragt werden. Auf die von uns vermuteten Bornainfektionen aufgrund unserer Erfahrungswerte damit wurde leider gar nicht eingegangen!

Um die Beteiligung einer solchen Nervenschädigung als Ursache für das Headshaking zu überprüfen, bot die Klinik für Pferde der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Besitzern von betroffenen Pferden eine ausführliche Untersuchung ihres Pferdes an. Diese umfasste unter anderem eine ausführliche klinische, endoskopische, neurologische, röntgenologische, ophthalmologische und computertomographische Untersuchung und kostete 1000 Euro für den Pferdebesitzer, die anderen Kosten übernahm die Hochschule. Daneben wurde das Pferd an der Longe und unter dem Reiter untersucht. Die Teilnahme erforderte einen Klinikaufenthalt von etwa 7 Tagen. Nach Abschluss der Untersuchungen wurden die Besitzer ausführlich über durchgeführte Maßnahmen und dabei erhobene Befunde sowie Therapiemöglichkeiten aufgeklärt.

Die Studienteilnehmer erklärten sich im Gegenzug bereit, die Klinik für Pferde über den weiteren Verlauf der Erkrankung, insbesondere über die reiterliche Nutzung sowie über Verkauf oder den Tod des Pferdes zu informieren. Im Falle des Todes des Pferdes sollte einer Sektion des Tieres durch das Institut für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zugestimmt werden. Die Kosten der Sektion werden von der Tierärztlichen Hochschule übernommen. Es machten nicht sehr viele mit unter diesen Bedingungen und heraus kam auch nicht allzuviel Neues, lediglich, dass das nosecover überraschenderweise bei den meisten halt, warum, hat man nicht herausbekommen. Und es waren in der Regel alles Turnierpferde, die fast alle herpesgeimpft waren, so dass spezielle auch in diese Richtung als Ursache geforscht wurde.

Alte Forschungsberichte - viel gibts da ja nicht:

In einem anderen Forum zitierte jemand Aussagen eines führenden Herpesforscher, Dr. Knottenbelt von der Uni in Liverpool, u.a. zum Headshaking als Folgeerkrankung einer Herpesinfektion:
"Es sind keine HS Faelle in hochgradig qualitativen Vollbluetern in England bekannt. Es wurde nach dem Grunde geforscht. Die Frage war, worin liegt der Unterschied zwischen diesen Vollbluetern in England und anderen Rassen und/oder Disziplinen im selben Land und in anderen Laendern. Ein gravierender Unterschied wurde bekannt: seit Jahren werden in England alle Hengste und Stuten in den teuren Vollblutgestüten mit einem EHV Impfstoff geimpft, sowie die Fohlen schon in sehr jungem Alter. Es ist bekannt, dass das Virus Fohlen schon ab dem 60 igsten Lebenstage Schaden zufuegen kann, auch wenn beide Elterntiere geimpft wurden und das Fohlen diesen Immunizierung durch die Muttermilch bekommt. Somit wird angenommen, dass diese Regelimpfung den Pferden einen sehr guten Schutz gegen EHV gibt. In diesen Vollblutgestüten gibt es keine latenten Herpesträger mehr.Es ist mittlerweile bekannt, dass das Virus nicht nur in der Wurzel des Trigeminus (T) Nerven "schlummert", sondern auch in den Kernregionen der Nerven selber. Somit werden Behandlungen und Untersuchungen noch schwieriger. Er kam zu der Ueberzeugung, dass wenn ein Pferd zum ersten Mal gegen Herpes im Erwachsenenalter geimpft wird, diese Impfung keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Den einzigen vollwertigen/umfassenden Schutz kann seiner Ansicht nach nur gegeben werden, wenn die Fohlen schon im fruehstmoeglichen Alter geimpft wuerden. Erwachsene Pferde reagieren im Allgemeinen viel staerker auf eine Erstimpfung, im negativen Sinne, dieses traefe auf jeglichen Impfstoff zu."

und weiter:

Hier ist die Übersetzung von Knottenbelt als eine Antwort auf eine Anfrage einer Schwedin aus dem intern. HS-Forum headshakers@yahoogroups.com, die nach dem Einsatz von Interferon fragte:

"Ja, ich bin sicher, wir haben Ähnlichkeiten hier zwischen HS und MS/ herpatische Neuralgie in Menschen.
Es gibt jedoch weniger Stellen im Pferd und da hat sich erwiesen, dass es das Problem war. Ich bin überzeugt das der Herpesvirus in irgendeiner Weise oder einer anderen damit verbunden ist ( hat mit der Sache zu tun..); hier liegen eine Menge Möglichkeiten

Natürlich, aber es scheint mir ,daß die Impfung der Stute vor der Geburt und die Impfung des Fohlens eine geeignete Schutzmaßnahme sind. Das würde erklären warum so wenige Profipferde(die Vollblüter) headshaking bekommen. Normalerweise bekommen es Dressur/eventing und
Reitpferde. Der Ruf deswegen Dressurpferde, weil die am vorherrschensten sind, ist lächerlich -wahrscheinlich bemerken Dressurreiter es viel mehr und viel eher als andere und dann wollen Sie normalerweise, dass etwas darüber getan wird.

In MS verlässt sich die Diagnose auf MRI Suchen und Patienten direkt von Diskussion abgeleitete Information! Wir haben keine Methode! Das Problem ist, aussagefähige Tests zu finden. Das kann uns helfen. Es ist zwecklos, den Herpesvirus zu suchen, wenn die Antworten normalerweise negativ sind oder irrelevant sind (möglicherweise weil das Virus in der Nervenzelle versteckt ist). Krankheit kann sich auf die Interaktion beziehen zwischen dem immunen System und dem Virus in der Zelle - dieses schafft die Möglichkeit von vaskulären Plaketten, wie in MS. Wir beginnen, uns microprotein anzusehen - ändert sich was in der cerebro Rückenflüssigkeit - an Ihnen kann man die Änderungen erkennen und sie können eine Art immuner Mechanismus sein, der die Dämpfung der Einflüsse von den höheren Zentren im Gehirn hemmt. Mittel, die die Schwelle der Wahrnehmung senken, unterdrücken massive Reflexantwort im Gesichtsnerv. Dies ist zu verstehen wie beim Schmerz im Menschen. Das heißt das gleiche gilt für Pferde. d.h. sie leiden!

Normalerweise bleibt alles nur im Kern des trigeminal Nerv, aber in einigen Fällen gibt vage chronische Lahmheit und einige andere Schwierigkeiten. Diese können sich insgesamt auf eine breitere Angelegenheit beziehen. Diese Erkrankung ist nicht behandelbar mit Schmerzmedikamenten, weil die Schmerzen /Reflexantworten neuropathisch sind - d.h. sie beziehen sich mehr auf die Wahrnehmung als auf die Wirklichkeit - das macht es nicht weniger real für den Patienten, aber es kann nicht mit normalen Schmerztabletten behandelt werden- Was hilft jedoch, sind Medikamente, die das Nervenbenehmen ändern - sie heben die Schwelle an d.h. von Wahrnehmung und so dass die Erkrankung nicht so offensichtlich ist.

Problem ist, die Medikamente werden von Pferden zu schnell abgebaut und so dass es fast unmöglich ist, sie in Echtzeit zu verwenden !! für Pferde bräuchte man irre Mengen.. Sie werden Pferde gesehen haben, die ihre Gesichter reiben, es gibt 2 mögliche Erklärungen für dieses:

1) der Bereich ist gefühllos, weil die Erkrankung die Funktion des zugehörigen Nervs reduziert, betäubt hat (wir tun dasselbe, wenn wir beim Zahnarzt gewesen sind)!

2) die Pferde versuchen das gleiche wie wir, wenn wir Kopfschmerzen haben. Sie versuchen, das auszubalancieren sich -indem sie sich den Kopf reiben, so wir es auch tun, um zu versuchen unsere Kopfschmerzen ausradieren. Je mehr der Kopf schmerzt , desto mehr und desto schwerer reiben wir. Dies gibt das Gehirn einfach als ein Maß des Schmerzes und man tut es deshalb als ein Hautreizmittel.

Wir haben versucht Interferon für Pferde zu bekommen, wäre gut, aber wir können es nicht bekommen. Es hilft wahrscheinlich nicht, aber kann den Schweregrad und die Fortentwicklung evt. reduzieren. Steroide haben wir auch angesehen, sie verhindern nicht eine Krankheitsfortentwicklung. Es ist nicht das Virus, das das Problem ist - das Problem ist die Antwort des Körpers! Es ist die Immunantwort . Dennoch sind dies einige Gedanken von meiner Erfahrung der Krankheit ."

Anmerkung: Dr. Knottenbelt scheint mir immer noch der Erfahrenste in dieser Angelegenheit zu sein. Der letzte Satz: "Es ist die Immunantwort des Körpers"passt eigentlich zur Bornasymptomatik. Zum Zeitpunkt der o.g. Aussagen war Borna noch kein Thema, weder hier noch in England.

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aktualisiert 17.7.10

 

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