
Verursacht wird sie durch Leptospiren, die zu den phylogenetisch ältesten Bakterien gehören. Es handelt sich um Schraubenbakterien aus der Ordnung Spirochaetales, Familie Leptospiraceae, zu der neben der Gattung Leptospira, auch die Gattungen Treponema, Borrelia und Leptonema gezählt werden.
Die Übertragung erfolgt dabei entweder durch direkten Kontakt mit den infizierten Tieren, oder indirekt durch den Urin oder Kot infizierter Tiere.
Die Übertragung kann auch durch Wasser, das den Urin oder Kot infizierter Tiere enthält, erfolgen.
Wenn der Mensch nun mit dem infizierten Tierurin oder mit den infizierten Tieren in Berührung kommt, können die Erreger entweder durch kleinste Einrisse und Verletzungen der Haut und gesunde Schleimhaut oder über die Bindehaut des Auges (Konjunktiven) in den Körper eindringen. Meist kommt es am Ort des Eindringens zu keiner spezifischen Reaktion. Nach der Aufnahme der Leptospiren wandern diese in das Blut ein und werden im ganzen Körper verteilt. Es kommt somit zu einer breiten Streuung im Gewebe und in den Körperflüssigkeiten. Mit dem Beginn der Immunantwort des Körpers wird die Verbreitung entweder beendet oder auf ein Minimum reduziert. Die Erreger besitzen jedoch die Fähigkeit, in immunologisch nicht erreichbaren Gebieten zu verbleiben. Nach einer durchgemachten Erkrankung besteht eine langjährige, allerdings nur typenspezifische Immunität. Vorherrschend sind zwei verschiedene Verläufe. Zum einen die milde Form ohne Gelbsucht (Ikterus) mit relativ banalem grippalen Infekt und zum anderen die mit Gelbsucht einhergehende schwerere Form, dem Morbus Weil. Diese schwere Form kann v.a. zu Komplikationen wie Nierenversagen und Blutungen führen.
Die Leptospiren sind im warmen feuchten Umfeld längere Zeit überlebensfähig und gehen in trockener Atmosphäre meist schnell zugrunde. Dies gilt auch für Leptospiren, die durch Düngung mit Tierkot oder Tierurin in den Boden geraten sind.
Besonders gefährdet sind Landwirte, Wassersportler, Metzger, Tierpfleger, Angler, Hundehalter, Kanalarbeiter, Reisfeldarbeiter und Bergarbeiter. Bei einigen Berufsgruppen wird die Krankheit Leptospirose als Berufskrankheit anerkannt, die meisten Patienten werden allerdings zufällig bei Freizeitbetätigungen angesteckt.
gewöhnlich 2-20 Tagen
Bei Pferden wird ein breites Spektrum von Antikörpern gegen Leptospiren gefunden, insbesondere gegen die Serovare Grippotyphosa und Bratislava. Klinisch im Vordergrund stehen Leistungsschwäche und relativ häufig auch die so genannte Mondblindheit (Equine rezidivierende Uveitis, ERU). siehe weitere Infos auf der Seite Erfahrungsberichte "Auge"
Als Erregerreservoir gelten Ratten und Mäuse, mit deren Urin die Leptospiren
ins Pferdefutter sowie auf die Koppeln geraten.
Leptospiren sind gegenüber vielen Antibiotika empfindlich. Als Mittel der Wahl gelten Penicillin G für den Menschen, in der Tiermedizin dagegen Tetracycline. An Impfstoffen gegen Leptospirose sind in Deutschland nur die bekannten Impfstoffe für Hunde gegen die Serovare Canicola und icterohaemorrhagiae zugelassen.
Urin und Blut siehe hier: http://www.laborzentrum.org/l.htm#document_tags
Die Periodische Augenentzündung (`Mondblindheit`), bis zur Reform des
Kaufrechts ein Gewährsmangel, wird nach neuesten Erkenntnissen wahrscheinlich
durch Leptospiren ausgelöst. Leider gibt es derzeit noch keine Impfprophylaxe
wie beim Hund für diese chronische Erkrankung, die schubweise verläuft
und zur Erblindung führt. Gute Erfolge brachte kürzlich in einer
Pilotstudie der Universität München ein bestandsspezifischer Impfstoff.
Leptospira grippotyphosa wurde in allen Proben aus dem Glaskörper in
den beiden betroffenen Beständen im Großraum München nachgewiesen,
in denen auffallend viele Pferde an Periodischer Augenentzündung erkrankten. Die Untersuchungen auf Borrelien sowie auf Influenza-, Herpes- und Bornaviren
waren stets negativ.
Als Erregerreservoir gelten Ratten und Mäuse, mit deren Urin die
Leptospiren ins Pferdefutter sowie auf die Koppeln geraten. Aus den Proben
der zur Vitrektomie vorgestellten Tiere aus den entsprechenden Beständen
wurde ein bestandsspezifischer Totimpfstoff hergestellt und allen Tieren in
den betroffenen Beständen verabreicht.
Bei allen geimpften Tieren waren 5 Wochen später die Antikörper
signifikant erhöht, und seit der ersten Impfung vor mittlerweile fünf
Jahren ist in den betroffenen beiden Beständen kein Pferd mehr an Periodischer
Augenentzündung erkrankt. Eine durchaus akzeptable Alternative also zur
derzeitigen empfohlenen Therapie, der Vitrektomie, die zwar das Fortschreiten
der Erkrankung in 98% der Fälle verhindert, aber nicht zur Prophylaxe
dient. (Quelle: http://www.vetcontact.com/de/art.php?a=2783&t=
Weitere Informationen zur Leptospirose im Auge finden Sie hier bei der Uni
München:
http://www.vetmed.uni-muenchen.de/chir_p/Informationen/Besitzerinfo_Vitrektomie.pdf
http://www.medizinfo.de/infektionen/bakterien/leptospirose.shtml
http://www.cdc.gov/ncidod/EID/vol11no07/04-1172.htm
aktualisiert 25.4.07