
Zur Diagnose sind natürlich die entsprechenden Tests in einem Fachlabor unerlässlich - siehe Tests. Aber zuerst muss man mal darauf kommen, was das Pferde haben könnte. Daher hier ein paar Erfahrungsberichte aus den Foren von Betroffenen:
Bei positiver Borreliose z.B. ein Wert: Positiv IgG-Titer 1:124. Ein Titer von 1: 80 kann noch im Normalbereich liegen. Einen B.-Titer weisen viele Pferde auf. Darunter sind auch viele, die nie auffällig erkrankt waren. Herpes-Titer haben ebenfalls viele Pferde - und bei latenten, chronischen Infektionsträgern des Herpesvirus kann der Stress einer anderen Erkrankung zu einem zeitweisen Titeranstieg führen - was bei Borrelieninfektionen und Herpes bzw. bornatragenden Pferden häufig passiert.
Zur Hautbiopsie habe ich im agrar.de-Forum folgendes gefunden:
"Nach dem Stich befinden sich die B. noch an der Hautoberfläche (sind nachzuweisen und noch behandelbar.) Nach wenigen Tagen schwemmen sie aus und bringen sich erstmal in schlecht durchblutete Gegenden in Sicherheit (meist Gelenke - verbunden mit undefinierbaren Lahmheiten/Schwäche des Pferdes). Hier sind sie durch Hautbiopsie NICHT mehr nachweisbar. Proben aus den Gelenken können Befunde liefern (meist verbunden mit Infektionen der Gelenke durch den Eingriff). Wenn das Pferd genügend geschwächt ist, befallen die B. das gesamte Pferd (ZNS, Gehirn, Lunge und weitere Organe. WAS sie dort jedoch anrichten /ob es irreparable Schäden sind, ist nicht bekannt.) Nach meinem Wissenstand werden die Schmerzen durch die körpereigenen Gegenstoffe erzeugt, und nicht durch Schäden/durch die B. Wenn die B. keinen Bock mehr auf den Wirt haben, schwemmen sie wieder an die Hautoberfläche (sind nachweisbar), in der Hoffnung, durch Parasiten zu einem anderen Wirt getragen zu werden."
Nicht jede Zecke trägt die Infektion! Wer es genau wissen will, sammelt die Zecke ab und läßt sie in einem Fachlabor auf Borrelien untersuchen. Ich habe auch schon bei mir selbst die Zecke so lange aufbewahrt, bis ich sicher war, dass es zu keiner Infektion bzw. der typischen Hautrötung danach gekommen war. Infos: Zecklab, 30927 Burgwedel.
Egal was die Ursachen sind/waren, das Pferd sollte bei/nach jedem Fieber für mehrere Tage äußerst sorgfältig geschont werden, Grasen gehen an der Hand wäre z.B. eine geeignete Bewegung. Es gibt eine Faustregel: Pro Tag Fieber eine Woche Ruhe.
Da die Pferdeverdauung sehr sensibel auf Antibiotika auf Antibiotika reagiert, kann es schnell zu Resistenzen oder zu üblen Nebenwirkungen kommen - deshalb wenden TA ungern Antibiotika vorbeugend nach einem Zeckenbiss an. Da -wie gesagt - Antibiotika für Pferde nicht so ganz nebenwirkungsfrei sind, wird man sich ohne exakten Nachweis vorsehen, eben mal so vorbeugend mit einer vielleicht nicht notwendigen Therapie zu beginnen. Andererseits helfen natürlich bei B. AB um so besser, je früher die Behandlung einsetzt. Eine kniffelige Situation also, je besser sich da ein Tierarzt vorher schlau macht, desto günstiger.
Wenn es sich bei der fieberhaften Erkrankung um den Beginn einer Borreliose handelt, ist Immunstimulation auch angesagt, wird allerdings baldmöglichst durch eine länger dauernde(!) passende Antibiotika-Therapie ergänzt werden müssen, um weitere Folgen (Gelenks-Entzündungen, Herzprobleme, Koordinationsstörungen, Lähmungen) verhindern zu helfen. Antibiotika in der notwendigen Dosis werden zur Schonung der Darmflora täglich gespritzt (u.U. Klinikaufenthalt), können diese allerdings evt. Doch beeinträchtigen, so daß auch Darmflora-fördernde Maßnahmen notwendig werden. Eine einmalige Antibiotika-Behandlung reicht in der Regel nicht aus. Auf jeden Fall weiter täglich Fieber messen und Temperatur protokollieren, sowie das Verhalten des Pferdes auch bei Biegeübungen des Halses (nach einer vorgehaltenen Karotte) ganz genau. Besprich alles ganz genau mit mehreren Tierärzten.
Falls in der Nähe keine anderen fieberhaften Erkrankungen aufgetreten sind und falls nicht andere Infektionssymptome auftauchen (Husten, Nasenausfluß) achte ganz besonders auf B.-Symptome (Steifheit z.B. auch im Halsbereich). Bei Borreliose-I. wird bei manchen Pferden ein bestimmter Bereich der rechten oberen Kruppen-Muskulatur schmerzhaft, auch das kann manchmal helfen, einen Verdacht auf diese Infektion zu bekräftigen.
Allgemein ist die Boreliose im Stadium I natürlich am besten zu bekämpfen. Im Stadium II ist "höchste Eisenbahn" angesagt.
Die Borellien "verstecken" sich im Körper und nur wenn sie aktiv werden kann man ihnen mit Antibiotika was anhaben. Die Borellien können verschiedenes im Körper angreifen z.B. Herz, Nervensystem, Gelenke, Muskeln etc. Die Bakterien haben einen Vermehrungszyklus von ca. 20 Tagen, und können sich nicht in den abgelegenen Geweben vermehren, sondern müssen quasi "raus kommen". Bei der mehrfachen Gabe nimmt man immer 10 Tage ein Antibiotikum und dann 10 Tage Pause, wieder 10 Tage Antibiotikum, 10 Tage Pause etc. D.h. also immer wenn sich die Bakterien vermehren wollen, treffen sie grad auf ein Antibiotikum, und müssen sich erneut verkapseln, ohne sich zu vermehren. Theoretisch sterben sie dann irgendwann, praktisch ist es sehr schwierig, sie wegzukriegen.
Beim Absetzen der Antibiotika vorher Test, ob auch wirklich schon alle Borrelien "weg sind", oder ob noch weiter therapiert werden muß, (Nachweis z.B. auch in Gelenkflüssigkeit möglich).
Dann etwas später erfolgt der Wieder-Aufbau der Darmflora durch Probiotika, parallel zur Behandlung ständig ein hochdosiertes B-Vitamin-Komplex-Präparat, um die Regeneration der angegriffenen Nerven zu unterstützen (für viele Wochen).
Alternativmedizin (Kräuter, Akupunktur) um das Immunsystem anzuregen: im Wechsel (Kräuter bzw. Kräuterextrakte immer nur eine Woche lang - dann eine Woche Pause, es wirkt sonst nicht mehr).
Akupunktur, Akupressur und Massage zum Behandeln der noch verbleibenden Symptome, um die Beweglichkeit und Koordination wieder zu fördern, wenn die Entzündung und die Schmerzen vorbei sind.
Vorsicht mit Kortison, Pferde, die z.B. an Borreliose, Herpes oder gar Borna leiden, nicht mit Corticoïden behandeln! Das verstärkt die Symptome ! Durch Corticoïde wird das Immunsystem kurzzeitig gehemmt bzw. geschwächt und somit können Viren oder Bakterien noch besser zuschlagen !!!
Wenn keine Lahmheitserscheinungen vorliegen, ist die Chance gut, das weder Nerven noch Gelenke (Knorpel) bislang irreparable Schäden erlitten haben. Alles andere wird sich hoffentlich durch die passende Behandlung noch normalisieren lassen. Zusätzliche Immunstimulation und Aufbaupräparate für Gelenke und Nerven sind sicher nützlich: B-Vitamin-Komplex und Gelenks-Schmiere- fördernde Zusätze sind dafür meist recht gut geeignet.
Bitte Vorsicht mit Magnetfeldern solange aktive Erreger im Tier nachweisbar sind - Infektionen können hier aufflammen. Für die chronisch zurückbleibenden Schäden mag es seinen Nutzen haben!
Neben der Behandlung ist wiederholte Immunstimulation (auch durch Alternative Medizin) und ein Gelenksschutz (Futterzusätze, Entzündungshemmer ohne Wirkung auf das Immunsystem, Schonung, wenn möglich ruhige langsame und lange Bewegung) günstig. Nach Abschluß der Behandlung und wiederholten Bluttests, damit wirklich(!!) ausgeschlossen werden kann, dass es erneut zur Keimvermehrung kommen kann) wird man versuchen, herauszufinden, welche Gelenke strukturelle Schäden davongetragen haben, diese sofern möglich gezielt einzelnd behandeln ('Schmiermittel-Injektionen' z.B.). Ein langsames, wohlüberlegtes Trainingsprogramm und evt. Die Gabe von Entzündungshemmern hilft dem Pferd nachher wieder bestmöglichst in Gang zu kommen. Akupunktur und Homöopathie kann ihn während der gesamten Krankheitsdauer unterstützen, nach endgültigem Ausheilen der Infektion auch das Magnetfeld.
Die Krankheit ist so gut wie gar nicht erforscht und kann jederzeit wieder kommen. Es gibt keine Immunität nach einer durchlebten Infektion.
aktualisiert 4.6.06