11.1.12: Zeitgemäße Entwurmung beim Pferd
"Die Methode der selektiven Pferde-Entwurmung"
NEUE Denkansätze rund um das Thema Pferdeentwurmung zum Wohle unserer Pferde!
Ausgangslage
Warum sind nun der Lehrstuhl für Parasitologie und vergleichende Tropenmedizin an der LMU München und eine regionale Tierarztpraxis als Vorreiter daran interessiert, die neue Methode der "selektiven Pferde-Entwurmung" vorzustellen, um diese langfristig zu etablieren?
Die eindeutige Antwort darauf ist:
Es gibt eine bereits erschreckend große und zunehmende Resistenzlage gegen diverse Pferde-Entwurmungsmittel.
Die Gründe für die Resistenzbildung(-en) sind gut gemeinte, aber leider oft nicht hilfreiche oder auch teilweise gegensätzlich wirkende Strategien und Maßnahmen bei den derzeitig durchgeführten Pferde-Entwurmungen, wie:
- regelmäßige Entwurmungen (ohne spätere Erfolgskontrollen) und leider
- oft zu häufige Entwurmungen (ohne nachgewiesene Notwendigkeit).
Dabei muss vorweg dem Leser dieser Seite ganz klar sein, dass NICHT die Pferde gegen bestimmte Entwurmungs-Präparate resistent werden.
Vielmehr werden bestimmte Wurmarten (oftmals stallspezifisch) resistent gegen die bekannten Pferde-Entwurmungsmittel.
Weitere Gründe für die resultierenden Resistenzlagen sind:
- Falsch dosierte Wurmkurgaben (zumeist durch falsche Gewichtseinschätzungen der Pferde)
- Häufige und strategische Entwurmung (z.B. immer 4x im Jahr / immer wechselnde Präparate, etc..)
- Fehlende Kontrolle der Wirksamkeit (selten werden Kontroll-Kotproben angeboten oder durchgeführt)
- Entwurmung ohne vorherige Diagnostik beim einzelnen Pferd
- Entwurmung ohne Kenntnis des Infektionsdruckes im gesamten Bestand
Vergleich mit Resistenzentwicklungen gegen ANTIBIOTIKA
Ähnlich wie bei dem bekannten Problem der Resistenzentwicklung gegen Antibiotika gibt es auch bei den Entwurmungsmitteln einen zunehmenden Verlust der Wirksamkeit.
Diese besorgniserregenden Resistenzen haben führende Parasitologen dazu veranlasst, einen neuen Weg im Kampf gegen Parasiten einzuschlagen.
Herausgekommen ist dabei eine NEUE Methode der Bekämpfung unter dem Namen
"Selektive Entwurmung der Pferde"
Ganz wichtig hierbei sind folgende Punkte :
- Die "selektive Entwurmung der Pferde" basiert auf dem fortlaufenden Monitoring durch diagnostische Kotproben-Untersuchungen (vor geplanten und nach durchgeführten Entwurmungen)
- Die "Ei-Ausscheidungen" durch Untersuchungen von Pferdekotproben (des einzelnen Pferdes oder des ganzen Bestandes) werden
- - überprüft
- - dokumentiert und
- - bewertet
Mit einem speziellen Programm können dann alle gesammelten Werte kontrolliert und bewertet werden. Die Besitzer und ( falls nicht ausdrücklich von den Besitzern untersagt ) auch die Stallbesitzer erhalten bei Interesse gerne diverse Zusammenfassungen und Diagramme der Ei-Ausscheidungs-Dynamik und der Ei-Ausscheidungs-Höhen jedes einzelnenPferdes als auch des gesamten Bestandes.
Die "Methode der selektiven Pferde-Entwurmung" ist eine Gemeinschaftsarbeit. Das Ziel ist es, dass in absehbarer Zeit viele Tierarztpraxen in Bayern und langfristig auch in Deutschland diese Methode den Pferdebesitzern anbieten. Zum einen wird Sie unterstützt und wissenschaftlich begleitet von dem Lehrstuhl für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie, LMU München, Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. K. Pfister, Laborleitung: Dr. D. Hamel ( www.tropa.vetmed.uni-muenchen.de ) wissenschaftl. Mitarbeiterin : Dr. Anne Becher ( Anne.Becher@tropa.vetmed.uni-muenchen.de ) - sowie praktisch durchgeführt durch die Tierarztpraxis in Thurmading, Inhaber: Tierarzt Marcus Menzel ( www.pferde-praxis.com )
Viele weitere Informationen finden Sie auf der Page: http://www.selektive-entwurmung.com/index.html
Interessant in diesem Zusammenhang sind die ersten Ergebnisse:
Von den teilnehmenden 253 Pferden brauchten nur 33 Pferde eine Wurmkur, das sind ganze 13,o4 % !!!!
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