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Pferd1Symptome Pferde:

Welche Krankheit(en) können bei einer Bornavirus-Infektion auftreten?

Bei Tieren verursacht die Infektion überwiegend Verhaltensstörungen. Zu den typischen Symptomen gehören Apathie, Ängstlichkeit, Schläfrigkeit, Energieverlust, Appetitverlust, Zwangsbewegungen, manchmal Panik und Aggressionen.

Dazu die ehemalige Bornaforschungsgruppe am RKI:

Der seit 1995 stetig verbesserte Wissensstand zur BDV-Infektion in Deutschland, Europa und der Welt hat vor allem gezeigt, dass die Infektion in der gesunden Pferdepopulation weit verbreitet ist. Das sporadische Auftreten der BK bietet bei mehrheitlich symptomfrei infizierten Pferdebeständen keine Präventionsmöglichkeit, zumal diese auch nicht durch Impfung gegeben ist. Auf Grund dieser Datenlage sollte eine neue Risikobewertung der BDV-Infektion aus tierseuchenrechtlicher Sicht eingeleitet und die Streichung der BK aus dem Tierseuchenrecht diskutiert werden. Angestrebt werden sollte eine EU-Regelung, die eine einheitliche Handhabung der BDV-Infektion beim Pferd auf der Grundlage moderner Diagnoseverfahren sowie Empfehlungen zur Therapie und Überwachung im Krankheitsfall vorsieht. (entnommen SONDERDRUCK AUSTIERÄRZTLICHE UMSCHAU) - siehe Borna-Scala von Dr. Bode.

Anhand der gezielten Fragen kann der Besitzer beim Ausfüllen sehr gut erkennen, ob das eigene Pferd positiv sein könnte und ein Bluttest auf Virusantigene dringend anzuraten ist. Ebenso sehen Sie ein schon ausgefülltes Musterbeispiel von zwei Pferden, die als Fallbeispiel herausgegeben werden und deren spezielle Geschichte und Verlauf der Krankheit mit anderen interessanten Beispielen im PDF - SONDERDRUCK AUS TIERÄRZTLICHE UMSCHAU im Detail vorgestellt werden: "Bornavirus (BDV) beim Pferd" - Es sind 15 sehr interessante Seiten und zeigt einige Fotos hoch positiver Bornapferde.

Siehe dazu auch die Zusammenfassung der Doktorarbeit von ROLAND DIECKHÖFER v. 22.6.2006: Epidemiologische Untersuchungen zur equinen BDV-Infektion, der Bornaschen Krankheit beim Pferd, der Therapie und die dazugehörige aktuelle Gesetzessituation in Deutschland: http://www.diss.fu-berlin.de/2006/495/dblim.pdf - Epidemiologische Untersuchungen zur equinen BDV-Infektion, der Bornaschen Krankheit beim Pferd, der Therapie und die dazugehörige aktuelle Gesetzessituation in Deutschland

1) Klinische Symptome Ludwig/Bode:

Verhaltensänderungen, Bewegungsstörungen und einer Beeinträchtigung der Sensibilität und des Sensoriums wie: Absondern von der Herde, Verhaltensänderungen, Depression, Leerkauen, gesenkte Kopfhaltung mit traurigem Blick, z.T. gesteigerter Bewegungsdrang, z.T. Aggressivität gegen andere, z.T. große Schreckhaftigkeit, herabgesetzte Teilnahme an der Umgebung, Spasmen und Speicheln, Paralyse hauptsächlich der Hinterhand. Im Endstadium Festliegen mit Ruderbewegungen, Fieberschübe.

Aus der großflächigen Untersuchung im Saarland in 2004 ging hervor, dass es auffällig war, dass bei zahlreichen Pferden ein Symptomenkomplex in unterschiedlichster Kombination auftrat. Im Verlaufe des Seuchenzuges kristallisierte sich heraus, dass oft nur Einzelsymptomatiken zu beobachten waren. Diese umfassten: Orientierungslosigkeit, Leistungsabfall, Aggressivität, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Antriebslosigkeit, Apathie, tagelanges schläfriges Verhalten, vermehrtes unerklärbares Scharren mit den Hufen, wechselnde Appetitlosigkeit, Lichtempfindlichkeit, Kopfschütteln, Standanomalien (Spreizstellung), wiederkehrende Koliken und Muskelzucken.

Durch die Ausbreitung des Virus bis ins Auge entwickelt sich bei verschiedenen Tierarten eine Retinitis. Es kann zur Zerstörung von Pigmentepithel und Photorezeptoren und als Folge dessen auch zu einer Retinaatrophie kommen (Krey et al., 1979a, b; Narayan et al., 1983b; Kacza et al., 2000). siehe Doktorarbeit Uni Giessen und Neurodegeneration und Regeneration in der Netzhaut der Säugetiere der http://www.uni-leipzig.de/

Beteiligung des Auges an der Bornainfektion: Gestörtes Sensorium, Blindheit, Ausscheidung des Virus über Augensekrete.

Lt. Bornaforscherin Fr. Dr. Bode treten oft nur ein oder zwei Hauptmerkmale auf:

"Längsschnittuntersuchungen mit krankheitsbegleitenden Blutproben legen nahe, daß ein phasischer Verlauf mit Spontanremission und späteren erneuten Rezidiven beim Pferd viel häufiger vorkommt als die oben beschriebene klassische BK (19). Dabei entwickelt sich in der Regel nicht das "Vollbild" der BK, sondern es dominieren partielle Symptome aus den BK-typischen Symptomkomplexen. Zu den häufigen Leitsymptomen gehören Apathie und Freßstörungen. In anderen Fällen stehen ausschließlich Motilitätsstörungen, hier in erster Linie milde Ataxien der Hinterhand, bei sonst unauffälligem Verhalten im Vordergrund. Ebenso können rezidivierende Phasen gastrointestinaler Beschwerden, hier in erster Linie Koliken, als einziges Symptom einer aktivierten BDV-Infektion imponieren (19). Koliken wurden bereits 1912 als häufig mit BK assoziiert beschrieben (151). Unsere Stichprobenuntersuchung von stationär wegen Kolik behandelter Pferde in einem bayrischen Endemiegebiet ergab, daß 92,3% (36 von 39) der Tiere eine BDV-Infektion hatten, wobei die Infektion bei 97,2% (35 von 36) aktiviert war, d.h. BDV-Proteine in den PBMCs nachweisbar waren. Bei dem überwiegenden Teil handelte es sich um akute, rezidivierende oder ätiologisch ungeklärte Koliken. (aus Habilitation von Frau Dr. Bode).

Diese neuen klinischen Beobachtungen und die Möglichkeit, dem praktischen Tierarzt eine schnellere Diagnosefindung an die Hand zu geben, veranlassten die Forschungsgruppe unter Leitung von Fr. Dr. Bode, eine »Bornaskala« zu entwerfen, die Art und Schweregrad der Symptome quantitativ erfassen und damit den Tierarzt für eine Labordiagnose richtungweisend sensibilisieren soll. Vor allem soll auf feinste Veränderungen in den fünf großen Komplexen: Verhalten, Bewegung, Futteraufnahme, Darmtrakt und Befinden geachtet werden. Diese Bornaskala beim Pferd ist im speziellen Sonderdruck "Bornavirus beim Pferd" der TU Tierärztlichen Rundschau in Zusammenarbeit mit dem RKI enthalten. Höchst interessant ist darin die Beschreibung des Impfstatus. Alle fünf schwererkrankten Fallbeispiele, bunt gemischt vom Freizeit-, über Fahrpferd zum Reitpferd, waren komplett durchgeimpft mit Tollwut, Tetanus und alle mit der kombinierten Influenza/Herpesimfpung!

Man könnte die Symptome mit denen manisch Depessiver vergleichen. Nicht alle infizierte Tiere zeigen aber Symptome, wobei es nach einer zerebralen Affektion mit Episoden der Apathie und Müdigkeit zur kompletten Remission kommt. Da man bei solchen Tieren noch Bornamaterial im Hirn findet, scheint dies wirklich auf einer direkten Reaktion im Hirn zu beruhen. Bei Schafen ist charakteristisch, dass sie umfallen, für kurze Zeit am Boden liegen bleiben und dann ganz normal aufstehen und weiterfressen. Bisher habe ich persönlich von 3 Fällen bei Pferden gehört, denen das gleiche passierte. Infizierte Katzen zeigen einen unsicheren, steifen Gang, sind depressiv bis apathisch. Hervorgerufen werden die klinischen Symptome nicht durch das Virus direkt, sondern indirekt durch die Immunantwort, die durch das Virus im ZNS hervorgerufen wird.

Es gibt verschiedene Varianten des Virus, der sich auch verschieden zeigt. Im Internet steht, dass es erstens eine persistierende Form ohne große Symptome gibt, die der manischen Depression der Menschen ähnelt und eine zweite Form, die aggressiv und tödlich verläuft

aktuelle Borna-Dokumentation:

Lesen Sie hierzu die aktuelle neue Borna-Dokumentation vom Arbeitskreis Großtierpraxis - Gesellschaft für tierärztliche Fortbildung: "Nicht nur bei Pferden Borna-Disease-Virus (BDV)-Erkrankungen von B. Iben" Großtierpraxis 7:04, 138-146 (2006) als pdf mit 16 Seiten http://www.akgonline.de/pdf/borna.pdf, ebenso auf http://www.animal-health-online.de/drms/pferd/borna.pdf

2) hier klicken: Bornavirus und Augenschäden

3) Gesammelte Symptombeschreibungen von betroffenen Pferdebesitzern:

Wenn man selbst Besitzer eines erkrankten Pferdes ist, kann man es natürlich viel genauer beoachten und kennt auch die Vorgeschichte, so dass wir hier die o.g. klinischen Symptome nochmals genauer betrachten und besser analysieren können.

Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass die hier gesammelten Symptome von Pferden stammen, die beide Viren, EHV und Borna (und teilweise andere multiple Erkrankungen ins beosndere auch Borreliose, wie sich im Verlauf der Beobachtungen herausstellte), in sich tragen. Viele sind auch Headshaker. Gerade bei der Kombination Borna und Herpes, aber auch der Nerventyp B. Garnii bei Lyme-Borreliose überschneiden sich die Symptome dermassen, dass es unmöglich ist, zu sagen, welche Symptome jetzt genau zu welchem Virus gehören. Es wurde versucht, aus Erfahrungswerten und Berichten der Fachwelt die Symptome etwas mehr zuzuorden, aber ohne Gewähr

Wichtig: Die unten aufgeführten Symptome sind Sammlungen verschiedener Pferde, keines hat alle. Wenn Sie als Pferdebesitzer schon mindestens 2 Symptome erkennen, sollten Sie unbedingt einen Borna- und besser auch einen Borreliosetest machen lassen. Das Herpesvirus haben sowie fast alle Pferde schon mehr oder weniger latent in sich. Es empfiehlt sich, bei beiden die neuen Verfahren zu nutzen, also beim Bornatest nur den neuen patentierten von Prof. Ludwig und bei Borreliose nur Referenzlabors, für Tiere z.B. Zecklab.

1. Laufen mit Nase tief auf dem Boden , Jucken der Nase und reiben, Kopfschnicken, = sind Headshaking-Symptome wie Tregenimusnerv-Entzündung, Hirnnervenschädigen (Borna-Herpes, und L-Borreliose ? (Neuroform)-Symptome).

2. Einbrechen der Vorderhand, Spreizstellung der Beine, Zwangsbewegung im Kreis = Manegebewegungen (Borna)

3. Zum Teil gesteigerter Bewegungsdrang (auch mit Kreisbewegungen), Weben, wenn gleichzeitig mit anderen o.g. Symptomen auftritt, Hyperästhesie, Zittern, Inkoordination, . (Borna)

4. häufig ist leerkauen, oder Pferde beobachten in Ruhestellung, ob die Unterlippe bzw. die langen Haare dort immer wieder zittern und sich bewegen, gähnen (Borna)

5. Wesensveränderungen, Verhaltensstörungen: Also glückliche Pferde sind plötzlich melancholisch, vermehrtes schnicken, dann Apathie , Depression, das Pferd ist traurig, weggetreten , ruhige pferde auch mal ängstlich, andere wiederum sind total unruhig, schreckhaft, können darum evtl. gar nicht mehr geritten werden oder sie werden agressiv. (Borna) Verhaltensauffälligkeiten: erhöhte Fluchtbereitschaft, Aggressivität, Überreaktionen auf Stresssituationen, Nervosität, Platzangst, Somnolenz (krankhafte Schläfrigkeit), Lethargie (Teilnahmslosigkeit) Borna

6. Herabgesetzte Teilnahme an der Umgebung, Absondern von den anderen, gesenkte Kopfhaltung, Pferde schauen mehr "nach innen" , Apathie, Schläfrigkeit (Borna)

7. rezidivierende Koliken, alle wiederkehrenden Koliken, bei denen keine offensichtliche Ursache auszumachen ist. Interessant hier auch die offensichtliche Verbindung von Wurmkuren und Koliken. (Borna )

8. bei krasser Erstinfektion kann es zu einer Abmagerung kommen, Pferde vergessen zu fressen, kein Appetit, oder können/wollen bestimmte Sachen nicht fressen (Borna) aber auch Futterverwertungsstörungen bis hin zur Kachexie (Auszehrung) bei der Borreliose.

9. Schwierigkeiten beim kauen oder auch mal das Heu oder Stroh für eine Weile im Maul vergessen, oder "Pfeifenrauchen" (d.h., es wird ein Bissen nicht zu Ende gekaut und abgeschluckt, sondern hängt teilweise aus der Maulspalte heraus, Kau- und Schluckkrämpfe (Borna)

10. Wallache lassen ihren Schlauch oft heraushängen - sehr oft ein Frühzeichen! von Borna

11. Auffällig ist die übersteigerte Schmerzempfindung und Empfindlichkeit der Haut, Pferde können kein Regen vertragen, Regen auf der Nase oder Schnee auf der Nase ist ihnen sehr unangenehm, wehren sich bei harten Bürsten, wollen nicht geputzt werden etc. Andere bemerkten als erste Anzeichen, das sie sich ständig gescheuert haben. (Borna, Lyme-Borreliose, Hauttyp B. Afzelli)

12. Ebenso wie die positiven EHV-Pferde wurden auch beim Borna im Vorfeld langwierige Probleme mit den Atemwegen , Husten und weißlicher Nasenausfluß beobachtet.

13. die Hinterbeine werden deutlich tiefer unter den Bauch gestellt. (Borna, L.-Borreliose)

14. .Bornapferde haben Probleme mit den Augen, sind da ziemlich eingeschränkt mit Sehen, mit hell und dunkel etc. und erschrecken darum auch öfters als gesunde Pferde, sie hören auch anders: Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, sowie auffallend häufiges Gähnen und Ängstlichkeit. Das Bornavirus schädigt Netzhaut und Retina im Auge. Borna, EHV 2 + 5 bei Keratitiden, siehe hier nach bei Herpes Auge

Bestimmte Augenerkrankungen kommen aber ebenfalls bei der Lyme-Borreliose vor.

15. Ataxieähnliche Symptome, Empfindlichkeit auf dem Rücken , also nach auflegen des Sattels oder Halfters ( encephalitis = entzündete nerven --> Wirbelsäule tut weh), Der Gang kann torkeliger sein, öfter mal stolpern, klammer steifer Gang etc.)

Hier gibt es bei den Symptomen deutliche Parallelen zum Herpes EHV, bitte für weitere Infos dort nachschauen bei ZNS-Schädigungen , aber auch zur L.-Borreliose und Borna

16. Im Spätstadium Fieberschübe und Festliegen (Herpes/Borna).

17. Narkolepsie:

Es mehren sich Berichte von betroffenen Pferdebesitzern, dass das Pferd im Paddock oder sonstwo plötzlich einfach umfällt und nach kurzer Zeit wieder aufsteht, als wäre nichts geschehen. Bei meinen Recherchen wurde das im Internet öfters bei Schafen und Borna berichtet, scheint so, dass es auch bei Pferden auftritt. Bei diesem plötzlichen Umfallen wird meistens von den TAs die äußerst seltene Narkolepsie diagnostiziert. Seltsamerweise sind mir jetzt schon 3 Fälle bekannt, wo solche Pferde später mit deutlichen Bornasymptomen eingeschläfert werden mussten. Interessanterweise wird bei den alten Beschreibungen der Borna'schen Erkrankung Schlafsucht aufgeführt! Wird Narkolepsie also verursacht durch Borna oder dadurch ausgelöst und verstärkt? Lesen Sie weiter über mögliche Zusammenhänge auf der Extraseite Narkolepsie!

18. Ebenfalls kann nach Auskunft der Therapeutin bei der Kombi Lyme-Borreliose-Borna ein Zusammenhang mit der plötzlichen Hufrehe auf allen 4 Füßen auftreten. Bei Fällen, evtl. mit Todesfolge, die nicht so in das normale Schema für Hufrehe passen, sollte man an einen Borna- und Borreliosetest denken. Diese Pferde haben auch oft schon im Vorfeld und lange voraus Probleme mit Gelenken etc. gehabt. Kommt dann zur Borreliose eine Bornabeteiligung hinzu, kann es zum Zusammenbruch des Immunssystems führen.

19. Weiterhin gibt es verschiedene Berichte, dass bornapositive Pferde unempfindlich gegen Stromzäune werden - Schädigung der Neurotransmitterleitungen Nervenenden.

20. Bornapferde haben oftmals kleine (zu kleine) harte dunkle Äppel, berichten einige Besitzer.

Weitere sehr ausführliche und auch typische Symptomlisten stellte eine betroffene Pferdebesitzerin in 2006 zusammen, deren Pferde sehr hoch mit Erregern belastet waren und leider auch in 2008 gestorben sind. Sie wurden ausschliesslich alternativ behandelt, ob Amantadin da noch geholfen hätte, kann ich nicht beurteilen. Die Meinung war hier, dass diese Pferde durch die starken multiplen Erkrankungen das garnicht mehr verkraftet hätten mit ihrem Immunssystem: siehe Symptomliste 2

3) FAQ: Gibt die Höhe der Blutwertetiter einen Hinweis auf die Höhe des Gefahrensgrades?

Hier muss man sagen: nein! Es wird immer wieder festgestellt, dass nicht die Höhe z.B. der Virusantigene ausschlaggebend dafür ist, ob das Tier jetzt akut gefährdet ist. Man muss immer alle 3 Werte gegeneinander abwägen.

Es kam gerade sehr oft, dass die hoch belasteten Pferde kaum Symptome zeigten, da sie auch hohe Werte bei den Antikörpern hatten und der Organismus das daher sehr gut wegstecken konnte. Im Gegensatz dazu wurde bei den tödlichen Fällen relativ niedrige Titer gefunden, aber auch eben niedrige Antikörper.

Eine Forumsteilnehmerin/Therapeutin docritter erklärt das so:

"sehr interessant, Euer Ergebnis. Borna-positive Pferde stehen mit negativen Pferden zusammen. Das spricht dafür, daß positive Pferde nicht "hochgradig" ansteckend sind und eine übertriebene Panikmache völlig fehl am Platz ist. Es spricht auch dafür, daß eine Infektion über sog. Vektoren (Mäuse/Ratten) wahrscheinlicher ist (siehe Veröffentlichungen). Zu Deinem positiven Pferd mit der guten Leistung: Ich beobachte immer wieder (und habe selber ein solches Pferd), daß solche "Typen" mit einer Infektion gut zurecht kommen. Oft haben diese Pferde zwar hohe Borna-Titer, aber eben auch viel Antikörper und können so die Infektion gut "ausgleichen". Was nicht heißen muss, daß dieses Pferd über Jahre hinweg nicht auch ein Erkrankungsrisiko hat, wenn weitere Risikofaktoren dazu kommen. Dagegen Pferde, die niedrige Antigenwerte aufweisen bei gleichzeitig geringer Ak-Bildung bzw gar keiner Ak-Bildung, zeigen viel häufiger heftige Symptome und sind auch die schwerer zu therapierenden Fälle (bei chronischer Infektion).

4) Epidemiologie

Die BD wurde ursprünglich als eine im ost-, süddeutschen und schweizerischen Raum endemisch vorkommende Krankheit beschrieben. Seroepidemiologische Studien ergaben jedoch eine bisher nicht angenommene Verbreitung des Virus. So finden sich seropositive Pferde in ganz Deutschland, den Niederlanden und in anderen Ländern Europas (Lange et al., 1987). Das Bornavirus wurde 1927 entdeckt, die Borna'sche Erkrankung wurde schon 1890 erwähnt.

In einer neueren Untersuchung zeigten schwedische Rennpferde, sowohl klinisch gesunde als auch solche mit diffusen neurologischen Symptomen, eine BDV-Seroprevalenz; BDV-RNA konnte in den PBMC nachgewiesen werden, wobei die Mehrheit der positiv getesteten Tiere zu der Gruppe mit neurologischer Klinik gehörte (Berg et al., 1999).

Kao et al. entdeckten BDV-spezifische Antikörper auch im Serum und Liquor cerebrospinalis von Pferden aus den 16 USA (1993). Im Gegensatz zu Pferden aus den Hauptendemiegebieten waren diese allerdings entweder klinisch gesund oder von einer nicht borna-ähnlichen Erkrankung betroffen. Bestätigt wird dies durch den Nachweis von BDV-RNA in PBMC’s gesunder Pferde in Japan (Nakamura et al., 1995).

Deshalb wird die Vermutung geäußert, daß die BD in einer subklinischen Form mit einer sehr langen Inkubationszeit weit verbreitet sei (Kao et al., 1993) und nur bei einem Teil der Virusträger die Erkrankung nach lange zurückliegender Inkubation ausbricht (Nakamura et al., 1995). Ebenso seropositive Ergebnisse ergaben Untersuchungen von Pferde- und Eselseren aus Indien, Afrika und Israel (Stitz, Rott, unveröffentlicht, zitiert nach Planz, 1993).

5) Ansteckung - Inkubabtionszeit

Die Inkubationszeit beim Pferd wird mit vier Wochen bis zu drei Monaten angegeben. Jedoch scheinen klinisch inapparente Formen zu existieren, bei denen die Pferde möglicherweise jahrelang infiziert sind, bevor sie klinisch erkranken (Ludwig et al.,1985).

Neben asymptomatischen Infektionen scheinen atypische, chronische Verlaufsformen mit diffusen mentalen sowie Gangart und Haltung betreffende Störungen weiter verbreitet zu sein als bisher angenommen (Bode und Ludwig, 1997; Hagiwara et al., 1997b; Berg et al., 1999).

Zu Beginn der Erkrankung treten Temperaturerhöhungen (Schmidt, 1912) und Störungen bei der Futteraufnahme mit „Pfeifenrauchen“ (Eikmeier, 1965), dem Herausragen von Futterteilen rechts und links aus dem Maul in Kaupausen, auf. Bei Schlingbeschwerden kommt die Nahrungsaufnahme völlig zum Erliegen (Schmidt, 1912).

Somnolente Zustände gefolgt von plötzlichen Exzitationen mit besonderer Schreckhaftigkeit werden beobachtet (Schmidt, 1912; Eikmeier, 1965). Oft besteht eine Hyperästhesie in den Kopf-, Hals- und Widerristregionen gegenüber Hypästhesien und Hyporeflexien an den übrigen Körperoberflächen. Harnverhaltung (Ludwig et al., 1985).

Defäkationsstörungen, leichte Obstipationen und auch deutliche Koliksymptome treten nicht selten auf. Kleingeballter, übelriechender Kot und Durchfall (Schmidt, 1912) weisen auf eine Beeinträchtigung des Vegetativums und damit der Motorik des Darms und der Harnblase hin.

Im weiteren Krankheitsverlauf treten zentralnervöse Störungen immer deutlicher zu Tage. Die Tiere brechen aufgrund zunehmender Koordinations schwierigkeiten ein. Andere Pferde ohne erkennbare Ataxien stehen teilnahmslos da, oder es kommt zu Zwangsbewegungen.

Zu beobachten sind nicht selten unphysiologische Gliedmaßenstellungen und Körperhaltungen, wie breitbeiniges Stehen über Stunden, Kopfschiefhaltung und minutenlanges Einknicken in der Vorderhand. Werden bei der Untersuchung Gliedmaßen überkreuz gestellt, kann diese unphysiologische Haltung nicht korrigiert werden.

Ferner kommen Hyperkinesen, ständiger Muskeltremor, Beißen in das Futter und Zungenspiel vor (Ludwig et al., 1985). Neben Trismus und Opisthotonus beschreibt Schmidt (1912) besondere ophthalmologische Befunde, wie Nystagmus, sehr häufig Augenschiefstellung, Anomalien der Pupille sowie Blindheit und Veränderungen an der Papilla fasciculi optici.

Quelle: http://deposit.ddb.de/


Das die Bornaforscher mit 40 - 60 % je nach Gegend latent infizierter Pferde in Deutschland Recht haen dürften beweisen die im Forum zunehmend gemeldeten Fälle von positiv getesteten Pferden mit den beschriebenen Symptomen Ebenfalls berichtigt die Humanmedizin von relativ hohen Prozentzahlen betroffener Menschen! Und im Forum melden sich immer mehr Pferdeleute, die die gleichen Symptome wie ihre Pferde haben und teilweise schon bornapositiv getestet wurden. Diese Zahlen sind aber sicher auch auf die verstärkte Aufklärung zurückzuführen.

Wieso ist Borna auf einmal so in den Blickpunkt gerückt, fragt sich mancher? Ein Netzwerk, in dem viele Fäden zusammenlaufen, offenbart oftmals erstaunliche Zusammenhänge, die man einzeln so schnell nicht sehen würde. Ich kam durch andere Besitzer von Bornapferden darauf, meinen Headshaker auf Borna testen zu lassen, Ergebnis positiv. Auch andere betroffene Pferdebesitzer, die nach Ursachen für Headshaking suchen, fanden heraus, dass viele dieser Pferde herpes- , borna- und auch borreliosepositiv sind. Ebenfalls dem Netzwerk zuzuschreiben ist die Erfahrung, dass ein Großteil der von Betroffenen beschriebenen neurologischen Symptome wie Nervenschädigungen und Lähmungen (vorher immer dem EHV1/4 zugeordnet) auch beim Bornavirus vorkommen - oder ihm sogar hauptsächlich zugeschrieben werden müssen.Nach den vielen Erfahrungsberichten der schweren Herpesfälle in SH und BW, Bayern , Hessen in 2005, wo bei Bluttests Bornaviren und Herpesviren gemeinsam gefunden wurden, sieht es so aus, dass diese Fälle, die öffentlich unter Herpeszüge laufen, gar nicht durch den Herpes verursacht sind, sondern vermutlich Borna hauptsächlich beteiligt ist.

Meldepflicht:

Besteht bei Tieren seit Anfang 2011 nicht mehr!

 

Prävalenz von Borna-Krankheit und equiner BDV-Infektion wesentlich höher als gedacht - vom 01.08.2007

Sowohl die Bornaschen-Krankheit (BK) als auch die ausschließliche Infektion mit Borna-Disease-Virus (BDV) ist in Deutschland bei Pferden weitaus stärker verbreitet als bislang angenommen. Das ist das Ergebnis einer epidemiologischen Untersuchung. Die dazu durchgeführten serologischen Untersuchungen ergaben eine Infektionsprävalenz von 52 %, wovon die Hälfte entweder typisch oder atypisch erkrankte. Die Untersuchungen wurden mit Hilfe eines dreifachen ELISA-Verfahrens durchgeführt, das BDV-Antigen, -Immunkomplexe und –Antikörper erfasst. So konnte ein kompletter, auf Antigen-Produkten und humoraler Immunabwehr beruhender Überblick über die BDV-Belastung bei erkrankten und gesunden Pferden gewonnen werden. Bisherige Studien haben nur die Verbreitung beim Pferd durch BDV-spezifische-Antikörper im Blut oder Liquor berücksichtigt. Diese ausschließliche und damit unvollständige Betrachtung der Antikörper-Titer ergab dagegen nur eine relative Häufigkeit von 18,6%.

Die Untersuchungen des aus nahezu allen Bundesländern eingeschickt Probenmaterials haben immer weiter verschwimmende Endemiegebietsgrenzen der Bornaschen Krankheit ergeben. Die früheren klassischen endemischen Gebiete in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind kaum noch auszumachen. Nahezu in jedem Bundesland existieren klassisch und atypisch BDV-erkrankte Pferde mit nachweislichen, spezifischen BDV-Titern. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bayern und Hessen wurden - relativ betrachtet - mit jeweils über 10 % die meisten BDV-hochpositiv infizierten kranken Pferde ermittelt. Außerdem konnte eine Prävalenz des Auftretens der Krankheit und auch der Infektion beim Sportpferd gegenüber Ponys und Kaltblütern ausgemacht werden. Weiterhin konnte eine jahreszeitliche Rhythmik beim Auftreten der Infektion und Krankheit erkannt werden. Zwischen Mai und August war die relative Häufigkeit kranker, infizierter Tiere besonders hoch. Lesen Sie weiter bei http://www.vetion.de/taspezial/detail.cfm?aktuell_id=11345

aktualisiert 24.4.12

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