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Forschungsberichte, Studien

Die Bornavirus-Forschungen wurden urplötzlich nach 10-jährigem Forschungsauftrag in Deutschland in 2006 abgebrochen bzw. eingestellt, nachdem die Bornavirus-Forscherin Dr. Bode den internationalen Whistleblowerpreis erhalten hatte für ihre herausragenden Verdienste auf diesem Gebiet (siehe dazu den Link zum Verein der deutschen Wissenschaftler unter download, wo die Gründe dafür aufgeführt werden). Zum Glück für alle Betroffenen werden diese Forschungen im Ausland, sehr viele in China und neuerdings im Iran, weitergeführt mit inzwischen weitreichenden neuen Erkenntnissen!

14.10.14: Neueste Studie aus dem Iran:

http://www.virologyj.com/content/11/1/161 und http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4167498/
- Borna disease virus (BDV) infection in psychiatric patients and healthy controls in Iran
pdf zur Verfügung gestellt von Prof. Ludwig, hier als download
sehr interessant, bestätigt die Studien vom Bornavirusforschungprogramm am RKI mit unseren Wissenschaftlern in Deutschland voll - es war beileibe keine Kontaminierung des Labors, wie dort zu lesen ist auf der RKI-Page!

Alle anderen neuen Studien aus 2013 und 2014 human lesen Sie bitte auf der humanen page http://bornavirusinfektion.de/html/bornavirusforschung.html

14.8.12: Neue Studien

Markers of Borna disease virus infection in cats with staggering disease - Journal of Feline Medicine and Surgery 1098612X12446638, first published on May 2, 2012

Markers of Borna disease virus infection in cats with staggering disease - dieses pdf wurde uns von einem Bornaforscher zur Verfügung gestellt!

Auszug: We show that serology can be a useful aid for the clinician, as a vast majority (81%) of cats with clinical signs of staggering disease were seropositive for BDV-specific antibodies.

BDV-Infektion Marker (BDV-spezifische Antikörper und / oder BDV-RNA) wurden in den meisten der Katzen (89%) gefunden mit neurologischen Symptomen.

Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin:

Federführend in der Borna-Forschung war bis Ende 2005 das Robert-Koch-Institut in Berlin mit Fr. Dr. Bode und Prof. Ludwig von der FU Berlin. Absolut empfehlenswert ist die Habilschrift von Frau Dr. Liv Bode, da dort unheimlich viel drin steht. Sie ist eine der besten Texte zum Bornavirus: Man kann sie hier herunterladen als PDF: http://library.vetmed.fu-berlin.de/resources/global/contents/2654808/bode_habil.pdf

Uni Leipzig

Interessanter Auszug hieraus: Infektionen mit dem Borna-Virus (Borna Disease Virus, BDV) stehen bei vielen Säugetierarten in kausalem Zusammenhang mit einer Reihe pathologischer Veränderungen des Gehirns und der Retina. http://www.uni-leipzig.de/~vetana/subjects.html (leider nur noch im Archiv vorhanden 26.12.08):

Daraus Kurzbeschreibung
Wir untersuchen degenerative und regenerative Prozesse in der Netzhaut von Ratten und Mäusen. Schwerpunkte unserer Arbeiten sind

(1) läsionsbedingte Veränderungen an Axonen retinaler Ganglienzellen und

(2) die Involvierung der Mikroglia in der Retina nach Axotomie des Sehnerven.

Einen weiteren Fokus bilden (3) Untersuchungen zur Neurodegeneration in der Netzhaut der Ratte nach experimenteller Infektion mit Borna Disease Virus (BDV).

(1) Das Überleben von Nervenzellen und eine erfolgreiche Regeneration von Nervenfasern sind Grundvoraussetzungen für Reparaturvorgänge im ZNS. Als Modell für einen primären Ausfall von Neuronen untersuchen wir die Degeneration retinaler Ganglienzellen nach Durchtrennung des Nervus opticus. Die retrograde Markierung der überlebenden Ganglienzellen mit biotinylisiertem Dextranamin zeigte, dass einige wenige Neurone bis zu einem Jahr, d.h. vermutlich zeitlebens erhalten bleiben und intraretinale Axonkollateralen ausbilden können. Elektronenmikroskopisch konnte bestätigt werden, dass growth cones an den Enden der Kollateralen ausgebildet werden. Die ultastrukturelle Detektion und räumliche Erfassung (mit Hilfe von Serienschnitten) der growth cones konnte aufgrund des hohen Aufwandes bisher nur in wenigen Fällen exemplarisch durchgeführt werden. (2) Von Bedeutung für die Degeneration und Regeneration von axotomierten Neuronen sind Interaktionen zwischen ihnen und den Mikrogliazellen, die durch Degradationsprozesse aktiviert werden. Nach retrograder Markierung der geschädigten retinalen Ganglienzellen durch Applikation des lipophilen Fluoreszenzfarbstoffes 4Di-10ASP auf den Sehnervenstumpf wurden die axotomierten Neurone dargestellt. Die binnen weniger Tage nach der Axotomie sichtbare transzelluläre Markierung der Mikroglia mit 4Di-10ASP zeigte, dass diese Zellen zelluläre Bestandteile von degenerierenden Neuronen durch Phagozytose aufnehmen.

(3) Infektionen mit dem Borna-Virus (Borna Disease Virus, BDV) stehen bei vielen Säugetierarten in kausalem Zusammenhang mit einer Reihe pathologischer Veränderungen des Gehirns und der Retina. Wir untersuchen BDV-bedingte Strukturveränderungen in der Retina von experimentell infizierten Ratten. In einem frühen Stadium nach BDV-Infektion (4 Wochen post infectionem, p.i.) konnten wir einen beträchtlichen Anstieg in der Zahl aktivierter Mikrogliazellen und Makrophagen zeigen, was mit einem deutlichen Verlust von Photorezeptoren und Ganglienzellen einherging.

Weiter im obigen Archiv-Link.


Vielleicht liegt hier der Schlüssel dazu, dass es eine Verbindung von Borna und Headshaking gibt und das die Sonne bzw. das Licht ab Beginn des Frühjahrs eine so große Rolle als Auslöser spielt?

 

Zusammenfassung der Doktorarbeit von ROLAND DIECKHÖFER v. 22.6.2006:

Epidemiologische Untersuchungen zur equinen BDV-Infektion, der Bornaschen Krankheit beim Pferd, der Therapie und die dazugehörige aktuelle Gesetzessituation s in Deutschland

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, der epidemiologischen Sachlage der Borna-Virus-(BDV)-Infektion beim gesunden Pferd wie auch speziell der Infektion beim klassisch erkrankten und auch atypisch erkrankten Pferd mittels Informationen aus den Probenbegleitscheinbögen und den zur Zeit modernsten labordiagnostischen Verfahren, insbesondere durch ELISA-Technik, nachzugehen und ein umfassendes Bild der Verbreitung der Infektion in Deutschland zu darzustellen.
Aus den vorliegenden umfangreichen serologischen Untersuchungen ergibt sich eine deutschlandweite Verbreitung sowohl der Bornaschen-Krankheit (BK) als auch der ausschließlichen Infektion mit BDV. Mit einer Infektionsprävalenz von über 50 % ist eine Ansteckungsgrundlage zur BK weiter verbreitet, als alle Studien zuvor ermitteln konnten. Von diesen 50 % sind wiederum über 50 % der Pferde entweder typisch oder atypisch erkrankt.
Im Gegensatz zu den bisherigen Studien beim Pferd wurde nicht nur nach BDVspezifischen-Antikörpern im Blut oder Liquor gesucht, sondern es konnte mit dem in der Berliner Bornavirus Arbeitsgruppe (RKI und FU-Berlin) entwickelten ELISA-Verfahren ein kompletter, auf AG-Produkten und humoraler Abwehr beruhender Überblick über die BDVBelastung bei erkrankten und gesunden Pferden gegeben werden. Eine ausschließliche und damit unvollständige Betrachtung der AK-Titer ergibt eine relative Häufigkeit von nur 18,6 %.
Insofern muss auf den propagierten „dreifach“ ELISA zurückgegriffen werden, der sowohl BDV-Antigen, -Immunkomplexe und –Antikörper erfasst und somit einen genaueren Einblick in die Infektionssituation des Patienten gibt. Mit diesem Verfahren ist eine minimalinvasive Methodik zur Erkennung von BDV-Infektionen mit Aktivierung oder ohne Aktivierung der Virusproduktion möglich. Um eine Entwicklungstendenz der Infektion aufzuzeigen, muss mindestens eine Kontrolluntersuchung des Blutes folgen.
Endemiegebietsgrenzen der Bornaschen Krankheit verschwimmen immer mehr und lassen sich kaum noch auf die früheren klassischen endemischen Gebiete beschränken. Nahezu in jedem Bundesland – Sachsen Anhalt war allerdings nur mit 10 Proben vertreten, aus Bremen kam keine Einsendung – existieren klassisch und atypisch BDV-erkrankte Pferde mit nachweislichen, spezifischen BDV-Titern. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bayern und Hessen wurden - relativ betrachtet - mit jeweils über 10 % die meisten BDV-hochpositiv infizierten kranken Pferde ermittelt.

aus: http://www.diss.fu-berlin.de/2006/495/dblim.pdf und

Epidemiologische Untersuchungen zur equinen BDV-Infektion, der Bornaschen Krankheit beim Pferd, der Therapie und die dazugehörige aktuelle Gesetzessituation in Deutschland

FU Berlin, Digitale Dissertation - Roland Dieckhöfer :

Epidemiologische Untersuchungen zur equinen BDV-Infektion, der Bornaschen Krankheit beim Pferd, der Therapie und die dazugehörige aktuelle Gesetzessituation in Deutschland
Epidemiological studies on equine BDV-Infection, the Borna Disease in horses, therapy, and the appropriate current legislation in Germany

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|Zusammenfassung| |Inhaltsverzeichnis| |Ergänzende Angaben|

Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, der epidemiologischen Sachlage der Borna-Virus- (BDV)-Infektion beim gesunden Pferd wie auch speziell der Infektion beim klassisch erkrankten und auch atypisch erkrankten Pferd mittels Informationen aus den Probenbegleitscheinbögen und den zur Zeit modernsten labordiagnostischen Verfahren, insbesondere durch ELISA-Technik, nachzugehen und ein umfassendes Bild der Verbreitung der Infektion in Deutschland zu darzustellen. Aus den vorliegenden umfangreichen serologischen Untersuchungen ergibt sich eine deutschlandweite Verbreitung sowohl der Bornaschen-Krankheit (BK) als auch der ausschließlichen Infektion mit BDV. Mit einer Infektionsprävalenz von über 50 % ist eine Ansteckungsgrundlage zur BK weiter verbreitet, als alle Studien zuvor ermitteln konnten. Von diesen 50 % sind wiederum über 50 % der Pferde entweder typisch oder atypisch erkrankt. Im Gegensatz zu den bisherigen Studien beim Pferd wurde nicht nur nach BDV-spezifischen-Antikörpern im Blut oder Liquor gesucht, sondern es konnte mit dem in der Berliner Bornavirus Arbeitsgruppe (RKI und FU-Berlin) entwickelten ELISA-Verfahren ein kompletter, auf AG-Produkten und humoraler Abwehr beruhender Überblick über die BDV-Belastung bei erkrankten und gesunden Pferden gegeben werden. Eine ausschließliche und damit unvollständige Betrachtung der AK-Titer ergibt eine relative Häufigkeit von nur 18,6 %. Insofern muss auf den propagierten „dreifach“ ELISA zurückgegriffen werden, der sowohl BDV-Antigen, -Immunkomplexe und –Antikörper erfasst und somit einen genaueren Einblick in die Infektionssituation des Patienten gibt. Mit diesem Verfahren ist eine minimalinvasive Methodik zur Erkennung von BDV-Infektionen mit Aktivierung oder ohne Aktivierung das Virusproduktion möglich. Um eine Entwicklungstendenz der Infektion aufzuzeigen, muss mindestens eine Kontrolluntersuchung des Blutes folgen. Endemiegebietsgrenzen der Bornaschen Krankheit verschwimmen immer mehr und lassen sich kaum noch auf die früheren klassischen endemischen Gebiete beschränken. Nahezu in jedem Bundesland – Sachsen Anhalt war allerdings nur mit 10 Proben vertreten, aus Bremen kam keine Einsendung – existieren klassisch und atypisch BDV-erkrankte Pferde mit nachweislichen, spezifischen BDV-Titern. In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bayern und Hessen wurden - relativ betrachtet - mit jeweils über 10 % die meisten BDV-hochpositiv infizierten kranken Pferde ermittelt. In sehr vielen verschiedenen Rassen wurde eine BDV-Infektion mit oder ohne Krankheit nachgewiesen. Durch diese Untersuchungen konnte eine vermehrte Prävalenz des Auftretens der Krankheit und auch der Infektion beim Sportpferd eher als beim Pony oder Kaltblutpferd gemessen werden. Eine jahreszeitliche Rhythmik des Auftretens der Infektion und Krankheit war auffällig zudem meßbar. Anders als bisher beschrieben, wurde primär eine relative Häufung kranker, infizierter Tiere in den warmen Monaten, nämlich zwischen Mai und August, beobachtet. Die aktuelle Gesetzessituation bezüglich der Meldepflicht birgt zweifellos eine Quelle der Beunruhigung für die Bevölkerung, beinhaltet außerdem aus wissenschaftlicher Sicht viele Fehler und muss somit als überholt gelten. Mit einer hohen Prävalenz von über 52 % ist die BDV-Infektion beim Pferd in Deutschland kaum noch als eine nach dem Tierseuchengesetz eingestufte meldepflichtige Tierkrankheit anzusehen, da die Kriterien einer Tierseuche im Sinne des Gesetzes hiermit nicht erfüllt werden. Eine Korrektur der gesetzlichen Vorgaben steht aus und sollte EU-weit vorgenommen werden. Anders als in den gesetzlichen Vorgaben beschrieben – dort wird eine Therapie verneint - konnte eindrucksvoll einer meist erfolgreichen Behandlung der BDV-Erkrankung durch Gaben von Amantadin nachgegangen werden. Bei mehr als 78 % der behandelten Pferde war eine klinische Besserung festzustellen. Es konnte also eine vielversprechende Therapie bei BDV-Erkrankungen mit dem Wirkstoff Amantadin erzielt werden, wobei diese auch im Reagenzglas aktive Substanz bisher als alternativlos im BDVirus-Infektionsprozess anzusehen ist.


Allgemein:

Wissenschaftliche Publikationen finden Sie mit der Wissenschaftssuche bei google: http://scholar.google.de/schhp

aktualisiert 6.12.14

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