Darüber, wie sich die betroffenen Pferde und Menschen infiziert haben, wird ausreichend diskutiert, ebenso darüber, ob und wie Mensch sich beim Tier ansteckt oder umgekehrt. Es gibt zwar in diesem Netzwerk auffallend viele Pferdebesitzer von bornapositiven Pferden, die selbst positiv sind und oft ebenfalls ihre Angehörigen - aber das wird im Moment nicht weiter erforscht, zumindest in Deutschland nicht.
Es muss aber gesagt werden, dass Borna zwar ansteckend ist, aber in dieser Beziehung deutlich geringer als vergleichsweise wie mit Herpes oder Influenza und meistens nur geschwächte Organismen ansteckt.
Eine Inkubationszeit von mindestens 4 Wochen wird geschätzt für Pferde und Schafe mit unspezifischen Anzeichen wie Fieber, Appetitlosigkeit, Koliken und Verstopfung in der Anfangsphase der Krankheit.
So weiß man beispielsweise heute, dass der Infektionsweg über den Riechnerv hinauf ins Gehirn verläuft. Über Tröpfchen dringen sie in die Nasenschleimhaut ein. Nach Vermehrung in den Riechkolben schleichen sie sich weiter in das zentrale und periphere Nervensystem" Quelle: .http://www.biotech-europe.de/rubric/archiv/stichwort/w_97_06.html.
Also Ansteckungsquellen sind hier gemeinsame Tränken und unmittelbarer Nasenkontakt.
1a. Absonderungen der Bindehaut oder nasal sowie salival (Speichel)
weil BDV-spezifische RNA in diesen Sekreten (20,28,29, 36) gefunden wurde (CDC). Tiere (Menschen ?)werden infiziert durch direkten Kontakt mit den Sekreten oder durch die Exposition gegenüber kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser. Siehe dazu auch http://www.fachaerzte.com/ziegler/fachinformationen/bornaviren.htm
Lt.FLI (Friedrich-Löffler-Intstiut auf der Insel Riehm) und der Bornaforschungsgruppe des RKI (Robert-Koch-Institut, Berlin) ist inzwischen nicht nur die horizontale Weitergabe des Virus, sondern auch die vertikale Weitergabe (Vererbung) bewiesen. Siehe hierzu das FLI bei Versuchstieren: http://www.fli.bund.de/ Pkt. 1.7.
von 4/2006 vom schweiz. CDC: http://www.cdc.gov/ncidod/EID/vol12no04/05-1418.htm
Auszug:
"Das Ziel dieser Studie war zu Suche nach den vermeintlichen natürlichen
Reservoirwirten oder Vektoren von BDV in einer Umgebung, in der BD in Pferden
und Schaf endemisch ist. Acht Maulwürfe, 3 Spitzmäuse und 87 Mäuse
von anderer Art wurden zwischen 1999 und 2003 in einem kleinen Dorf nahe Chur,
der Schweiz (Malix, das sich 1130 m über der Meereshöhe befand),
einem Bereich eingefangen, in dem BD in Pferden und Schaf endemisch ist. "
Die Nagetiere wurden mit verschiedenen Testmethoden untersucht in Labors in
Zürich und Wien.
Interessantes Ergebnis: nur die Spitzmäuse trugen den Bornavirus. Die
Sequenz zeigte 99,9% Identität zu einer von einem Pferd abgeleiteten
BDV Sequenz (GenBank Neuanschaffung Nr. DQ251042), das an BD nahe dem Standort,
wo die Spitzmäuse eingefangen wurden, und zu einer BDV Sequenz von einem
anderen Pferd aus dieser Region (GenBank Neuanschaffung Nr. AY374547) starb,
die sich bis nur 1 unterschied, nt und 2 nt, das die Identität von BDVs
in diesem Bereich beziehungsweise bestätigt.
Auch Ratten wurden untersucht, auch sie tragen den Bornavirus, unterscheiden
sich aber dennoch, so dass die Forscher zu dem Schluss kommen, dass "Spitzmäuse
das natürliche Reservoir für die Übertragung des Bornavirus
sein müssen"
Zitat:
"In Schluss postulieren wir, dass Spitzmäuse Reservoirwirte von
BDV sind. Spitzmäuse erfüllen auch die für potentielle BDV
Reservoirart in einem neuen Überprüfungsartikel (9) eingeführten
Kriterien. Unser Befund schließt die Möglichkeit jedoch nicht aus,
dass andere Tierarten, die in dieser Umgebung leben, auch BDV hegen konnten.
In weiteren Studien prüfen wir mehr Spitzmäuse und zusätzliche
Organe, Ausscheidungen und Sekretionen wie auch andere mögliche Reservoir-
und Vektorart."
Siehe dazu auch: Eine mögliche Infektionsquelle sind auch Mäuse und Ratten. Ihr frischer Urin gilt als infektiös (Sauder und Staeheli, 2003, "Rat model of Borna disease virus transmission: Epidemiological implications. .." .- Forschungsdatenbank Freiburg .
Dazu der Bornaforscher Prof. Ludwig insbesondere zu der Übertragung bei Pferden:
Wie die Krankheit übertragen wird, ist noch nicht ganz klar. In Laborversuchen
war sowohl die Tröpfcheninfektion durch die Nase als auch die Injektion
des Virus ins Gehirn erfolgreich.
Als "sehr unwahrscheinlich" tut Dr. Ludwig die aufgekommenen Spekulationen
bisher geltende Vermutung ab, Borna-Virus würde durch die Ausscheidungen
von Mäusen und Ratten in der Box auf das Pferd übertragen. Bei der
hohen Durchseuchungsrate und damit einer großen Anzahl gesunder Trägertiere
(Pferde) benötigt diese Virus kein Reservoir. Eher kommt für ihn
es, die Anstreckung durch gegenseitiges Beschnuppern oder Trinken aus demselben
Wassereimer in Frage. Ist ein Pferd im Stall krank, so besteht daher eine
größere die Wahrscheinlichkeit, dass es das Virus auf seine Boxennachbarn
überträgt. Am ansteckendsten können Pferde aber auch wahrscheinlich
zwei Wochen vor Krankheitsbeginn, also in einer Phase sein, wo noch niemand
ahnen kann, dass eine Borna-Erkrankung vorliegt. Außerdem wurden Fälle
berichtet, in denen Stuten die Virusinfektion an ihre noch ungeborenen Fohlen
weitergaben. Latente Träger der Borna'schen Krankheit, also Virus-infizierte
Pferde, die äußerlich gesund sind und einen schlummerndendas Virus
in sich tragen, sind laut Dr. Ludwig eher nicht ansteckend. "Doch auch
diese Pferde können eines Tages einen Infektionsschub bekommen und dann
doch das Krankheit auslösende Virus weitergeben."
siehe hierzu eine Doktorarbeit aus 2005 der Uni Zürich: dissertationen.unizh.ch
Abstract: Die Idee, das Zecken ein Vektor für BDV sein könnten,
wird unterstützt durch Tatsache, dass BD dazu tendiert, im Frühjahr
und dem frühen Sommer aufzutreten, und in manchen Jahren häufiger
ist als in anderen. Außerdem werden Zecken mit der Übertragung
von ein im nahen Osten BD ähnliches Pferdeencephalomyelitis in Verbindung
gebracht."
" Ein weiterer Aspekt der Arbeit war die Prüfung der Hypothese,
ob Zecken der Spezies Ixodes ricinus als Vektoren für BD in Frage kommen.
Es konnte gezeigt werden, dass bis zu 24 Tagen nach künstlicher peroraler
Infektion Virus RNA in den Zecken vorhanden ist. Unsere Untersuchungen sprechen
nicht klar für oder gegen diese Hypothese, zeigen aber, dass mit der
neu etablierten TaqMan® RT-PCR eine wichtige diagnostische und epidemiologische
Methode zur Lösung zahlreicher Fragen in Bezug auf mögliche Vektoren,
Virusreservoirs oder Cofaktoren in der Forschung von BD zur Verfügung
steht.In der genannten url kann das Volltext-PDF angeklickt werden, wo auf
Seite 7/8 und ab 34 alle Untersuchungen und Experimente dazu aufgeführt
sind.
Aus Volltext: In Zusammenarbeit mit Dr. Lise Gern, Institut de Zoologie,
Laboratoire de Parasitologie, Université de Neuchâtel konnten
Zecken mit virusinfizierten Zellen künstlich gefüttert werden. Die
Zecken wurden nach Intervallen von 1 bis 24 Tagen getötet und mit der
Taq Man Methode untersucht. Virus-RNA konnte über die ganze Beobachtungszeit
in den Zecken immer wieder detektiert werden, wenngleich in sehr geringen
Mengen. Im Gegensatz zu den Gewebeproben infizierter Pferde und Schafe war
das p40 / p24 -Verhältnis bei den Zecken grösser als 1, was in Analogie
zu Untersuchung an Zellkulturen für eine aktive Virusreplikation spricht.
Die Real Time PCR für den Nachweis von BDV RNA eröffnet uns nun
neue Möglichkeiten für weitere Untersuchung an potentiellen Vektoren
und auch an Patienten und rekonvaleszenten (Ausscheidung von Virus in Sekreten,
Blut etc.).
Schon in 2001 gibt es Veröffentlichungen in der Fachpresse, dass Blutspender wie gesunde Menschen zu etwa 30% mit Bornaviren infiziert sind. Schätzungsweise 0,5 - 1 % sind nach neuen Ergebnissen stärker belastet und deren Blutspende stellt ein Risiko dar, das dringend weiter geklärt werden muss. Borna wird bis heute nicht getestet, obwohl zuverlässige Tests von Dr. Bode und Prof. Ludwig, FU Berlin seit 2006 zur Verfügung stehen.
Zur Herstellung von Impfstoffen und Seren werden Tieren z.B. Krankheitserreger injiziert. Einige Zeit später wird ihnen Blut abgenommen oder sie werden zur Blutgewinnung getötet. Aus dem Blut werden Antikörper gewonnen. Quelle: Ärzte gegen Tierversuche
Zur Herstellung von Impfstoffen und Seren werden Tieren z.B. Krankheitserreger injiziert. Einige Zeit später wird ihnen Blut abgenommen oder sie werden zur Blutgewinnung getötet. Aus dem Blut werden Antikörper gewonnen.
Eine Mehrzahl der Impfstoffen wird heute auf Tieren gezüchtet. ... Haut und Gehirn oder auch Blut von Pferden, Kaninchen, Hunden, Schafen, Affen, Hamstern, Mäusen etc.
Blut von Pferden, Schafen, Kaninchen, Mäusen ... = die häufigsten Bornaträger!
Impfstoffforschung ist unweigerlich mit qualvollen Tierversuchen verbunden. Außerdem dienen Tierimpfstoffe keineswegs dem Wohle der Tiere, sondern dem Profit der Pharmaindustrie. Stress, Enge und Leistungsdruck machen die Tiere der heute üblichen Nutztierhaltung anfällig für alle Arten von Krankheiten, insbesondere auch Infektionskrankheiten. Durch Impfungen und Antibiotika versucht man diese einigermaßen in Schach zu halten. Quelle Ärzte gegen Tierversuche
Bis jetzt liegen mir keine Erkenntnisse vor, wie sich die Impfseren in dieser Beziehung zusammensetzen, auch eine frühere Anfrage beim Paul-Ehrlich-Instit, die zuständig sind für die Zulassung von Impfstoffen, brachte keine Klärung. Das sei Sache der Hersteller, da verließe man sich auf deren Angaben.
akt. 24.8.09